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Die zwanziger Jahre - Aufbruch im Chaos (2005)

Sparte Doku (Reihe)
Regie Christian H. Schulz
Ausführende Produktion LE Vision
 

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 Schauspieler Rollename

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 Abteilung Tätigkeit Name Anmerkung
  Besetzung Casting Director  Cornelia Mareth
  Casting Director  Maria Rölcke
  Drehbuch Recherche Assistentin  Britta Kirchner
  Kamera Kameramann  Sebastian Hattop 45 min
  Licht Beleuchter  André Bartsch
  Regie Regisseur  Christian H. Schulz
  Schnitt Editor  Martin Schröder [3] 
  TV/Web Content Redakteur  Ulrich Brochhagen

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  LE Vision

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Der Erste Weltkrieg ist der Vater (fast) aller Dinge in der neuen, der Weimarer Republik. Die ersten Jahre sind turbulent und voller Ungewissheit, großer Not, allgegenwärtiger Gewalt, aber auch echtem Aufbruch aus den verkrusteten Strukturen des Kaiserreiches. Und doch zeigt sich in vielen Bereichen erster Fortschritt - in der Medizin, der Industrie, beim Film. Vor allem in Berlin entstehen in den Zwanzigern eine Vielzahl von Filmproduktionen. Die Bevölkerung ist süchtig nach Kino. Zu den Rennern der Stummfilm-Ära gehören Western und Charlie Chaplin-Filme ebenso wie expressionistische Werke wie "Dr. Mabuse" oder "Nosferatu". Auch erotische Filme werden als "Aufklärungsfilme" unters Volk gebracht - die Lockerung der Zensur macht es möglich.

Es gibt aber auch echte Aufklärungsfilme, die den Hygienestandard und die Volksgesundheit heben sollen. Das ist auch bitter nötig, denn nach dem verlorenen Krieg leben große Teile der Bevölkerung im Elend. Hungersnot, Lebensmittelkarten, Quäkerspeise, Zuckerrübenwinter sind die Schlagworte der ersten Jahre. Es grassieren regelrechte Volkskrankheiten, die mit unterschiedlichem Erfolg bekämpft werden. Die Tuberkulose wütet vor allem in den armen Schichten, macht aber auch nicht vor bürgerlichen Kreisen und der Künstlerszene Halt. Wegen mangelhafter Ernährung und den miserablen Wohnverhältnissen leidet ein Großteil der Kinder in den Großstädten an Rachitis. Ein Berliner Kinderarzt erfindet dagegen die Höhensonnentherapie, die damals als entscheidender Durchbruch gilt.

Viele Verwundete waren aus dem Krieg als Krüppel zurückgekommen, als Bein- oder Armamputierte. Ihnen soll die neue Prothesentechnik, im Wesentlichen entwickelt von dem berühmten Mediziner Sauerbruch, helfen, wieder einen Platz in der Gesellschaft zu finden. Das bleibt vielfach ein frommer Wunsch.

Vor allem der Versailler Vertrag hemmt einen möglichen Aufschwung. Unvorstellbare Reparationszahlungen, drastische Einschränkungen im Luftverkehr und bei der Armee, dazu Gebietsabtretungen führen in großen Teilen der Bevölkerung zu tief empfundener Abneigung gegen diesen Vertrag und die alliierten Sieger. Ein schweres Erbe für die junge Demokratie und Wasser auf die Mühlen der Rechtsradikalen. Nur wenige Industriezweige schaffen problemlos den Übergang von der kaiserlichen Kriegs- zur republikanischen Friedensindustrie wie etwa die Leuna-Werke in Mitteldeutschland. Errichtet in den letzten Kriegsjahren, um durch die gerade erfundene Ammoniaksynthese genügend Sprengstoff und Giftgas herzustellen, wird nun nach dem Krieg das Werk erweitert und zur Produktion des weltweit ersten künstlichen Düngers übergegangen.

Die frühen zwanziger Jahre sind geprägt durch politisch motivierte Gewalt von links wie von rechts. Der Kapp-Putsch in Berlin scheitert durch einen Generalstreik der Arbeiter nach wenigen Tagen, in Mitteldeutschland kämpfen 1920/21 die Arbeiter - an allen Ecken des Reiches kommt es noch nach den Revolutionswirren zu Aufständen, der Bildung von Räterepubliken, Umsturzversuchen, Streiks und den jeweils blutigen Niederschlagungen durch Freikorps und Regierungstruppen.
Gleichzeitig versuchen die Menschen sich abzulenken. Die Jugend organisiert sich in Turn- oder Wanderbewegungen. "Wandervögel" erkunden die Heimat, wollen ein gesundes, naturverbundenes Leben führen. Auch neue Lebensformen wie die Nacktkörperkultur finden in diesem Umfeld Zustimmung. Daneben entstehen Anti-Modernitätsbewegungen, hervorgerufen durch selbst ernannte Propheten und Führer, die in der orientierungslosen Bevölkerung dankbare Anhänger finden.

1923 wird zum Symboljahr für das Chaos der frühen Zwanziger schlechthin: Frankreich will die regelmäßige Zahlung der Reparationsforderungen erzwingen und besetzt das Ruhrgebiet. Der folgende Generalstreik im industriellen Herzen des Reiches treibt die schon seit Kriegsende rasant wachsende Inflation auf nie wieder erreichte Höhen, die letzte Sicherheiten mit sich fortreißt. Viele Deutsche werden dabei in wenigen Wochen bitterarm, einige wenige Inflationsgewinnler außerordentlich reich. Dazu droht dem Deutschen Reich die Abspaltung ganzer Landesteile wie etwa im Rheinland und in der Pfalz; in Thüringen und Sachsen werden linke Regierungen gewählt. Nur durch so genannte "Reichsexekutionen" - dem Einmarsch der Reichswehr - sehen sich die Verantwortlichen in Berlin noch in der Lage, die Kontrolle über das Land aufrechtzuerhalten. In Bayern planen bekannte Rechtsradikale unter der Führung Adolf Hitlers im Bürgerbräukeller den Putsch und die Machtübernahme. Noch scheitert dieser Versuch jämmerlich. Doch im Herbst 1923 steht die erst vier Jahre alte Republik mit ihren großen Problemen in Politik, Wirtschaft und Gesellschaft vor dem Abgrund.

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 Technische Informationen   Seitenverhältnis k.A.
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