Schuster in Sexten | ©2020
©2020
Dokumentarfilm | 2020-2021 | Doku | Italien
Das Projekt "Einer hämmert immer noch. Der alte Schuster im neuen Sexten" ist redaktionell abgenommen, wird aber weiterhin von unserer Redaktion regelmäßig überprüft, vervollständigt und bis zur Veröffentlichung begleitet. Bitte melden Sie uns fehlende, falsche bzw. nicht mehr aktuelle Daten.

Hauptdaten

Projektdaten

SeitenverhältnisTV 16:9 (1 : 1,78)
BildnegativmaterialXDCam HD
BildpositivmaterialXDCam HD
TonformatStereo

    Kurzinhalt

    In Moos in Sexten steht ein altes Bauernhaus, das wie aus der Zeit gefallen scheint; Vielmehr noch als das Haus ist es dessen Bewohner Josef Holzer – 90 Jahre alt und noch immer Schuster aus Leidenschaft –, in dem eine längst vergangene Zeit weiterlebt. Mit jedem Schlag auf den Lederschuh wird sie wach gehalten, die Erinnerung an ein Sexten anno dazumal. Es ist die Erinnerung an ein Bergbauerndorf, in dem sich dessen Bewohner mit dem Handwerk – dem Hutmachen, Steinmetzen und Schustern – das tägliche Brot verdienten. Die rege Handelstätigkeit brachte den Sextnern reiche Gewinne ein. In Notizbüchern wird von wochenlangen Märschen ins nahe Cadore und Friaul erzählt, wo Viehhäute, Mader-, Fuchs- und Iltispelzen gekauft wurden. Ausgenommen von den Steinmetzen und Hutmachern führten die meisten Handwerker ein bescheidenes Dasein und produzierten nur für den Ortsbedarf, ganz nach dem Leitsatz „Selbst gesponnen, selbst gemacht, ist die beste Bauerntracht“. Noch heute liefern zahlreiche Hausnamen Hinweise auf einst ausgeübte Handwerke. Die Einnahmen aus dem Handwerk waren karg, sodass viele Gewerbetreibende nebenbei eine kleine Bauernschaft betrieben. So nennt sich auch der Hof des Schusters „Schuista“. Josef Holzer erinnert sich, dass es in Sexten auch noch in den 50er Jahren üblich war, alljährlich auf die sogenannte Stör zu gehen, um Reparaturen und Neuanfertigungen für ein ganzes Jahr zu erledigen. Das Arbeitszeug, Nähmaschine und Leder, wurden mit einem Fuhrwerk auf den Hof gebracht. In der Stube verrichtete der Schuster dann seine Arbeit. Sogar über Nacht blieb er dort und am Wochenende erhielt er zum Lohn noch einige Brotlaibe dazu.
    Heute stellt der Tourismus in Sexten ein wirtschaftliches Standbein dar. Ganze Blechlawinen rollen talaufwärts, hinein in das Fischleintal, vorbei am Bauernhof des Josef Holzer, in dem ein Stück Heimatgeschichte weiterlebt: in dem Schusterhandwerk, in seiner Werkstätte, einer alten Holzstube. Der Blick hinter die Holzfassade des Bauerhofes ist wie ein Blick in die Vergangenheit – authentisch und unverfälscht. Viele Einheimische und Touristen verspüren hier einen Hauch an Nostalgie. Schon beim ersten Schritt in den holzgetäfelten Raum knarrt das Holz, ein Grüß Gott murmelt Josef Holzer seinen Kunden entgegen, ohne seinen Blick zu heben. Er starrt auf das Leder auf seinem Schoß, die Nadel in der Hand, vor ihm ein Tisch, überfüllt mit abertausenden an Lederwaren und Utensilien. Das hohe Alter merkt man dem Schuster kaum an. Seit mehr als 70 Jahren übt er an selber Stelle sein Handwerk aus und denkt noch heute nicht im Traum daran, mit dem Schustern aufzuhören. Einst war das Handwerk sehr gefragt. Heute ist es Kult. All die Veränderungen in beinahe einem ganzen Jahrhundert hat der Schuster von Sexten miterlebt. Er ist wie ein sprechendes Geschichtsbuch. Von all den geschichtlichen Höhen und Tiefen, die das Dorf durchlebte, weiß er zu berichten; angefangen beim Zweiten Weltkrieg, der Optionszeit, der verheerenden Überschwemmung in den 60er Jahren, bis hin zu seinem vom Aussterben bedrohten Handwerk und darüber, wie sich Sexten in den letzten Jahrzehnten zu einer Tourismushochburg etabliert hat.
    TätigkeitNameAnmerkung
    EB KameramannManfred Unterpertinger
    Kamera-Drohnen OperatorManfred Unterpertinger
    RegisseurManfred Unterpertinger

    Produktionsfirmen

    FirmaAnmerkung
    Mannicam