Documentary | 2016 | ARD [de] | Germany

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    Brief synopsis

    4. November 2011, Eisenach in Thüringen: Uwe Mundlos und Uwe Böhnhardt verbrennen in einem Wohnmobil. Das Ende zweier Terrorkarrieren. 16 Jahre lang waren ihre Namen auch dem Bundesamt für Verfassungsschutz ein Begriff. Die jungen Neonazis wurden zeitweise observiert, abgehört, verfolgt. Informanten berichteten immer wieder über sie. Trotzdem konnten die beiden abtauchen, unterstützt und aufgefangen von einem Netz von Freunden.

    Böhnhardt und Mundlos wurden mutmaßlich Terroristen, erschossen Menschen, legten Bomben, bekannten sich jedoch nie zu den Taten. Erst nach ihrem Tod taucht ein Film auf, in dem sich eine Gruppe namens "Nationalsozialistischer Untergrund" (NSU) mit zehn Morden brüstet, für die Böhnhardt und Mundlos verantwortlich sein sollen. Zunächst scheint es, dass mit ihrem Tod einer der mysteriösen Kriminalfälle der bundesdeutschen Geschichte aufgeklärt ist. Doch je länger die Ermittlungen dauern, desto merkwürdiger wird der Fall.

    Obwohl die verschiedenen Verfassungsschutzbehörden diverse V-Männer in unmittelbarer Nähe der untergetauchten Neonazis im Einsatz hatten, gelang es nicht, die Morde zu verhindern. Doch nicht nur die Inlandsgeheimdienste waren auf der Spur der Rechtsterroristen - auch die Sonderkommission, die sich über Jahre um eine Serie von Morden an Kleinunternehmern mit Migrationshintergrund kümmerte, kam zum Ende ihrer Ermittlungen Mundlos und Böhnhardt immer näher. Der entscheidende Schlag gelang jedoch nicht.

    "Der NSU-Komplex" rekonstruiert diese beispiellose Jagd und stellt gleichzeitig die Fragen: Was trieb Uwe Böhnhardt, Uwe Mundlos und ihre Freunde an? Wer unterstützte die beiden? Wer half ihnen bei den Taten und dem Leben im Untergrund? Die Ermittlungen der Polizei und die Überwachung der Szene - und damit des Umfeldes der Täter - sind der rote Faden, an dem die Geschichte entlang erzählt wird. Es ist eine Geschichte über die Entstehung und Entwicklung der militanten rechten Szene nach der Wiedervereinigung in Deutschland und die am Ende hilflosen und riskanten Versuche staatlicher Behörden, mit ihr fertig zu werden. Das macht den NSU-Komplex hochaktuell. Denn wieder brennen Flüchtlingsheime, und erneut steht der Staat vor der Frage: Wie begegnet man dieser akuten Gefahr?

    Der Film lässt Ermittler, Szene-Mitglieder und Insider zu Wort kommen, Dokumente und interne Ermittlungsergebnisse werden erstmals präsentiert. Widersprüchliche Ermittlungsergebnisse oder offene Fragen werden als solche benannt und thematisiert.

    Stefan Aust und Dirk Laabs sind auch die Autoren von "Heimatschutz - Der Staat und die Mordserie des NSU". Sie recherchieren den NSU-Komplex seit mehr als vier Jahren und wurden als Gutachter in verschiedenen parlamentarischen Untersuchungsausschüssen gehört.

    Film von Stefan Aust und Dirk Laabs

    Crew

    DepartmentActivityNameComment
    Camera Departmentdirector of photography Christian Marohl
    Camera Departmentdirector of photography Frederik Walker
    Camera Department1st assistant cameraSven Klöpper
    Camera Departmenteng assistant audio/video Lucie Westbrock
    Camera Departmenteng assistant audio/videoDennis Broer
    Director's DepartmentdirectorStefan Aust
    Director's DepartmentdirectorDirk Laabs
    Editingeditor Lars Jordan
    Production Designlocation scout Lukas Gontovos
    ScreenplayscreenwriterStefan Aust

    Production companies

    CompanyComment
    Aust Media GmbH

    Facilities

    Department CompanyComment
    Production Design, Costumes, Makeup and HairLocations and StudiosLocation Networx
    VFX / Post ProductionSound (Postproduction) Tonfabrik Audio Productions

    Awards

    Award winnerYearAwardCategory 
    Dirk Laabs2017Grimme PreisInformation & KulturNominated
    Stefan Aust2017Grimme PreisInformation & KulturNominated

    TV-broadcast

    TypeCountryStationDate / TimeComment
    First showingGermanyARD [de]Wednesday, 06.04.2016