Berufsbild | Steadycam-Operator

Erstellt vom: BVK - Berufsverband Kinematografie e.V.

Die Tätigkeit des Steadicam-Operators stellt einen eigenen Berufszweig innerhalb der Sparte Kameramann dar. Wie schon seit langem in den USA setzt sich auch bei uns immer mehr die Erkenntnis durch, daß Steadicam "nebenbei" betrieben nicht zu den gewünschten und den Möglichkeiten des Gerätes adäquaten Ergebnissen führt.
Die Voraussetzungen für die Ausübung dieses Berufes sind mit denen des Operators (Schwenkers) weitgehend identisch, d. h. umfassende Kenntnisse im Bereich Bildgestaltung, szenische Auflösung, optische Achsen, Schnittechnik etc. sind unabdingbar. Der Umgang mit Steadicam nach Gebrauchsanweisung ist nicht erlernbar. Der mehrfache Besuch von Steadicam-Workshops sowie regelmäßiges, intensives Training mit dem Gerät sind unbedingt erforderlich.

Der Umstand, daß Steadicam-Einsätze häufig nur tageweise stattfinden und dies in Teams, die schon längere Zeit zusammenarbeiten, setzt eine besondere Flexibilität und Erfahrung des Operators voraus; er muß sich in kürzester Zeit in den Ablauf einfügen und mit Regisseur und Kameramann kreativ zusammenarbeiten können. Der Steadicam-Operator sollte in der Lage sein, auf Wunsch eigene Vorschläge für Kamerabewegungen zu machen, da er als Spezialist die universellen Möglichkeiten, aber auch die Grenzen des Geräts am besten kennt.
Durch die nahezu grenzenlose Beweglichkeit des Systems sind oft unkonventionelle Lösungen in der Lichtgestaltung notwendig; auch hier sollte er dem Kameramann bei Bedarf eine Hilfe sein können, d. h. er muß auf dem Gebiet der Lichtführung solide Kenntnisse besitzen.

Der Komplexität dieses Berufes entsprechend hat der BVK besonders strenge Maßstäbe bei der Aufstellung der nachfolgenden Sparte Steadicam-Operator angelegt. Die dort aufgeführten Kollegen verfügen über die erforderlichen Kentnisse, können umfassende Erfahrungen in der Praxis vorweisen und tragen die Berufsbezeichnung Steadicam-Operator zu Recht.