Berufsbild | Maskenbildner/in  

Erstellt vom:
Bundesvereinigung Maskenbild BVM e.V
Badener Ring 23, 12101 Berlin
E-Mail: info@bvmev.org
Internet: www.bvmev.org


Aus- und Fortbildung: Maskenbildner/in


Voraussetzungen
 
  1. Sinn und Gefühl für Form- und Farbgestaltung, Farbempfinden, künstlerische und schöpferische Phantasie
  2. Dramaturgisches Denken
  3. Anatomische Grundkenntnisse
  4. Genaue Kenntnisse der Kunst- und Kulturgeschichte (historische Make-up- und Frisurgestaltung), der Zeitepochen, der Stillehre sowie umfassendes Wissen über Mode(-erscheinungen) der vergangenen Jahrzehnte, sowie der aktuellen Trends
  5. Handwerkliche Fach- und Materialkenntnisse zur Verarbeitung berufsspezifischer Werkstoffe und Materialien, bis hin zu industriellen Kunststoffen
  6. Kaufmännische und buchhalterische Grundkenntnisse
  7. Einfühlungsvermögen im Umgang mit den Schauspielern und Darstellern, Geduld, Ausdauer, Belastbarkeit, Flexibilität und Improvisationsvermögen, sowie umfangreiches, solides Allgemeinwissen und gesellschaftswissenschaftliche Kenntnisse
  8. Grundkenntnisse über die verschiedenen Filmmaterialien und die unterschiedlichen Aufnahmetechniken und Lichtsituationen, Lichtquellen, Beleuchtungsmöglichkeiten
   
Tätigkeiten
 
  1. Lesen und Bearbeiten des Drehbuches, sowie Erstellen der Auszüge nach Drehplan
  2. Recherchieren von historischen und aktuellen Vorlagen (Haartrachten, Verletzungen, Unfällen und deren Folgen, Krankheits- und Genesungsverläufen)
  3. Erstellen eines maskenbildnerischen Konzepts (Make-up- und Farbkonzept) in Rücksprache mit dem Regisseur
    • Aufzeigen der technischen, gestalterischen Möglichkeiten
    • Vorschläge zur Umsetzung des Regiekonzeptes
  4. Planung und Kalkulation nach vorliegender Besetzungsliste und Drehplan sowie Ermittlung des Arbeitsaufwandes Berufsbild
  5. Realisierbarkeit von maskenbildnerischen Konzepten im Gespräch mit den Darstellern klären.
  6. Evtl. Anfertigung von Gipsabdrücken und Herstellung von Perücken, Bärten, Glatzen, Narben, Wunden, Zahnersatz, sowie Gesichtsplastiken aus Schaumgummi zur Veränderung, Alterung und Karikierung eines Darstellers.
  7. Materialdisposition und Einkauf von Schmink- und Maskenmaterial
  8. Treffen der Schauspieler zur Anprobe von Perücken, Durchführung von Make-up Tests und Vorbesprechungen mit dem Regisseur/in und dem Kostümbildner/in
  9. Umsetzung des maskenbildnerischen Konzepts am Darsteller
  10. Betreuen der Darsteller im Drehverlauf:
    • Einlegen und Frisieren von Eigenhaar, Aufsetzen von Perücken, Ankleben von Bärten, Aufkleben von Schaumteilen, Schminken von Wunden und Narben, sowie Einsetzen von falschen Zähnen
    • physische und psychische Betreuung (z.B. Hautpflege)
  11. Pflege, Reinigung und Wartung der Arbeitsmittel (z.B. Perücken, Werkzeuge und Arbeitsgeräte)
  12. Abwicklung einer Produktion:
    • Reinigung und Rücklieferung von ausgeliehenen Perücken, Haarteilen und Arbeitsgeräten
    • Reinigen und Ordnen der Arbeitsgeräte
    • Aussortieren von benutztem Schminkmaterial zur Reduzierung der Infektionsgefahr
  13. Erstellen einer Rechnung nach Ermittlung des Materialverbrauchs
   
Praktische Arbeiten in der Werkstatt
 
  1. Knüpfen und Tressieren von Haaren zum Herstellen von Perücken, Haarteilen, Zöpfen, Toupets und Bärten für die Schauspieler nach Maß oder Abdruck
  2. Entwerfen, skizzieren und modellieren von Phantasie- und Märchenfiguren
  3. Abdruck nehmen von Kopf und Körper:
    • zum Modellieren von Gesichtsveränderungen, Alterungen, sowie Phantasiefiguren
    • Formenbau aus Gips, Silikon und Polyesterharz
    • Herstellen von Schaumgummiteilen, sowie Dummy-Köpfen und - Körperteilen aus verschiedenen Silikonen und Kunststoffen
  4. Herstellen von Kunststoff- und Schaumgummiglatzen, Kleben von Kunststoff perücken aus verschiedensten Materialien und bemalen derselben.
  5. Herstellen von Masken aus verschiedenen Materialien, wie Leder, Textilien, Holz, Papier, usw.
  6. Herstellen von falschen Zähnen und Zahnspangen
  7. Herstellen von Spezialeffekten (Verletzungen, Verwachsungen, Narben, Einschüssen, usw.) evtl. in Zusammenarbeit mit einem Pyrotechniker.

Ohne Gewähr auf Richtigkeit und/oder Vollständigkeit