Dokumentarfilm | 2007

    Kurzinhalt

    Der Film „Dem kühlen Morgen entgegen“ erzählt die Lebensgeschichte des Komponisten Dimitri Schostakowitsch aus der Perspektive eines Regisseurs, der einen Film über Schostakowitsch dreht. Dieser Regisseur wird von Armin Mueller-Stahl dargestellt.
    Das Lied „Dem kühlen Morgen entgegen“, von Schostakowitsch für den Film „Der Gegenplan“ komponiert, war 1961 gesungen von Juri Gagarin die erste Musik im Weltall. Dies inspiriert Armin Mueller-Stahl zu einer Spurensuche, bei der er immer mehr über Schostakowitsch erfährt. Dabei trifft er Weggefährten und Familienangehörige des Komponisten, die ihm über Persönlichkeit von Schostakowitsch die unterschiedlichsten Antworten geben. Beispielsweise Mstislaw Rostropowitsch: Der Cellist erzählt von dem Verbot der Oper „Lady Macbeth“ durch Stalin, das Schostakowitsch in tiefe Verzweiflung stürzte und bei ihm eine lebenslange Angst, im nächsten Moment verhaftet zu werden, auslöste. Ein ganz anderes Bild zeichnet der frühere Funktionär Tichon Chrennikow, der als Generalsekretär des Komponistenverbandes eng mit seinem Stellvertreter, Schostakowitsch, zusammenarbeitete. Für ihn ist Schostakowitsch immer noch ein linientreuer sowjetischer Staatskomponist. Bei den Familienmitgliedern – Sohn, Tochter, Witwe – steht der aufrechte Humanismus des Menschen Schostakowitsch im Vordergrund, der in einer Zeit des Misstrauens und der Angst nie die Hoffnung an das Gute im Menschen aufgab.
    Am Schneidetisch sichtet Armin Mueller-Stahl Ausschnitte aus über 20 Spielfilmen, zu denen Schostakowitsch in der Stalinzeit die Musik schrieb. Einzelne Schlüsselmomente aus dem Leben von Schostakowitsch werden durch Spielszenen dargestellt, allerdings nicht mit Schauspielern realisiert, sondern durch Marionettenfiguren. Die für den Film von Georg Jenisch eigens angefertigten Figuren haben maskenartige Gesichtszüge, sind keine Karikaturen, sondern weisen eine unheimliche Ähnlichkeit mit ihren realen Vorbildern auf.
    Am Ende seiner Suche stellt Armin Mueller-Stahl fest, dass er für seinen Film kein klar umrissenes Bild des Komponisten zeichnen kann – zu widersprüchlich sind die Aussagen seiner Gesprächspartner. Er trifft sich deshalb mit der Witwe von Schostakowitsch an dessen Grabstein. Statt einer Antwort übergibt sie ihm eine Erzählung von Tschechow, die von einem Soldaten handelt, der sich nach Russland zurücksehnt, aber in der Fremde sterben muß. Schostakowitsch hat sich diese Geschichte unmittelbar vor seinem Tod vorlesen lassen.

    Produktionsfirmen

    FirmaAnmerkung
    Rostrot Medien, Oliver Becker