Kurzinhalt

    Joachim Kaiser, Großmeister der deutschen Musikkritik, gibt einen 15-bändigen musikalischen Kanon seiner bevorzugten Klaviervirtuosen auf CD heraus. Im Laufe seiner Karriere als Kunstkritiker lernte er fast alle der Interpreten - von Rubinstein und Horowitz über Martha Argerich bis zu Gould und Gulda - persönlich kennen und erfuhr ihre Motive, Vorlieben und auch schlichte Tricks, die sie zu herausragenden Musikern werden ließen. Kaiser entschlüsselte Friedrich Guldas Faszination - die fast unheimliche Präzision seines Spiels - wie auch den Charakter des Österreichers, der Zeit seines Lebens zwar als exzentrisch und schwierig galt, aber selbst härtester Kritik gegenüber offen war. Oder Rubinsteins Fußtechnik, die Joachim Kaiser, selbst ein Könner des Klaviers, verblüffte. Er entdeckte den Briten Solomon für Deutschland, er beschrieb den Chilenen Claudio Arrau als "deutschen" Pianisten.
    Kaisers Kunst ist die schlichte Erklärung, lesbar formuliert, hörenswert vorgetragen. Er spricht zu den Kennern so, dass es auch gelegentliche Hörer verstehen - mit dem klaren Ziel, Klaviermusik der großen Könner zu erhalten. An Hand einer von der Süddeutschen Zeitung herausgegebenen Sammlung zeigt "Kaisers Klavier-Kaiser" die immer noch glühende Faszination eines 75-jährigen, der aus einer anderen Welt zu stammen scheint, in der drei Takte einer Bach-Partitur mehr sagen als ein Buch, in der Klavierkonzerte aus den 50er Jahren dem Liebhaber so präsent sind wie die Mondlandung dem Rest der Menschheit. Nichts ärgert ihn mehr als die fortschreitende akustische Umweltverschmutzung, nichts liebt er mehr als die immer wiederkehrende Entdeckung der Größe klassischer Musik.

    Produktionsfirmen

    FirmaAnmerkung
    Süddeutsche TV GmbH