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 © SWR / Niko Apel
  

Sonbol - Ralley durch den Gottesstaat (2006-2007)

Arbeitstitel Eine Rennfahrerin im Iran (aka Laleh - Königin der Straße)
Sparte Dokumentarfilm
Regie Niko Apel
Ausführende Produktion Filmakademie Baden-W...
 
ProduktionslandDeutschland
GenreBiografie, Porträt

Cast   Hauptdaten | Cast | Crew | Firmen | Projektdaten | Galerie | Preise | Links
 Schauspieler Rollename

Crew   Hauptdaten | Cast | Crew | Firmen | Projektdaten | Galerie | Preise | Links
 Abteilung Tätigkeit Name Anmerkung
  Filmgeschäftsführung Filmgeschäftsführer  Christos Papaioannou
  Kamera Kamerafrau  Beate Scherer 16mm, MiniDV
  Musik Komponist  Axel Wolf
  Producer Produzent  Jochen Laube [1] 
  Producer  Fabian Maubach Filmakademie Baden-Württemberg
  Producer  Leif Alexis
  Produktion Produktionspraktikantin  Alexandra Staib in der Festival Auswertung
  Regie Regisseur  Niko Apel
  Schnitt Editor  Ben von Grafenstein
  TV-/Web-Content Redakteurin  Gudrun Hanke-el Ghomri SWR (Junger Dokumentarfilm)

Produktionsfirmen   Hauptdaten | Cast | Crew | Firmen | Projektdaten | Galerie | Preise | Links
 Firma  
  Sommerhaus Filmproduktion GmbH
  Filmakademie Baden-Württemberg
  SWR - Junger Dokumentarfilm

Vertriebs- / Verleihfirmen Hauptdaten | Cast | Crew | Firmen | Projektdaten | Galerie | Preise | Links
 Firma  

Facilities Hauptdaten | Cast | Crew | Firmen | Projektdaten | Galerie | Preise | Links
 Geschäftsbereich Firma

PreiseHauptdaten | Cast | Crew | Firmen | Projektdaten | Galerie | Preise | Links
Preisträger Jahr Preis Kategorie    
Niko Apel2009Adolf-Grimme-PreisInformation & Kulturgewonnen

Kurzinhalt Hauptdaten | Cast | Crew | Firmen | Projektdaten | Galerie | Preise | Links
Sonbol ist das Porträt einer iranischen Rennfahrerin in Mashad, die ihr Leben nach ihren eigenen Vorstellungen leben will.

»Warum findest du eigentlich keinen Mann?« wird Sonbol immer wieder von ihrer Mutter gefragt. Die Antwort ist Schweigen, trotziges, selbstbewusstes Schweigen. Sonbol Fatemi ist 35 Jahre alt. Sie hat ihre eigene Zahnarztpraxis und nebenbei fährt sie Autorallyes, am liebsten gegen Männer. Unabhängig und selbständig will sie sein, sich nicht von anderen gängeln lassen, weder im Motorsport noch im Privaten. Das ist schwierig in ihrer Heimat. Sonbol lebt in der heiligen Stadt Mashad in der Islamischen Republik Iran. Sie ist gläubige Muslimin. Als sie neunzehn Jahre alt war, hat ihre Familie sie verheiratet.
Sie sollte mit einem reichen Exil-Iraner in die USA ziehen. Aber das Arrangement scheiterte, nachdem Sonbol in eine Alkoholrazzia geraten war und verhaftet und verhört wurde. Der Mann verstieß sie und ließ sich scheiden. Heute, fünfzehn Jahre später, beschreibt sie diese Erfahrung als das größte Glück in ihrem Leben: »Wäre ich nicht geschieden, wäre nicht mal ein Scheißdreck aus mir geworden! Ich hätte jetzt fünf Kinder zu versorgen und mein Mann würde mich auch noch schlagen!«

Als Zahnärztin ist Sonbol finanziell unabhängig. Sie ist eine der besten Navigatorinnen der Rallyeszene und fährt zusammen mit ihren Piloten waghalsige Rennen auf staubigen Pisten. Auf den ersten Blick ist Sonbol eine starke Frau, die tut, was sie will und stolz darauf ist. Die sich mit unanständigen Witzen lustig macht über Männer, Machos und überkommene Strukturen. Aber sie lebt im Iran und zahlt für ihre »Unabhängigkeit« einen hohen Preis. Als alleinstehende Frau kann sie in ihrem Heimatland keine Wohnung mieten. Deshalb lebt die Zahnärztin noch in ihrem alten Kinderzimmer im Haus der Eltern. Jeden Tag streitet sie mit ihrer Mutter, die sie wieder verheiraten will. Immer wieder muss sie sich für ihre Lebensweise rechtfertigen.

»Man erwartet von mir, dass ich einen Mann habe und mindestens zwei erwachsene Kinder«, erzählt Sonbol. »Dann soll ich meine Arbeit so reduzieren, dass ich mich um die Familie kümmern kann. Ich soll meine ganze Kraft darauf verwenden, diese Familie zu erhalten. Wenn es nach dieser Gesellschaftsordnung ginge, dürfte meine eigene Person keine Rolle spielen.« Eine Zukunft mit einem Mann schließt Sonbol aber aus, Liebesbeziehungen ebenfalls, weil sie im Iran nicht ohne Heirat möglich sind. Heiraten bedeutet für Sonbol Unterwerfung und den Verlust ihrer Unabhängigkeit. »Die Liebe spielt überhaupt keine Rolle in meinem Leben!«, sagt sie trotzig, beinahe stolz.

Sonbol streitet für ihre Rechte, sie scheut keinen Konflikt. Mit der Mutter diskutiert sie heftig über die Rolle der Frau im Iran, mit Sportfunktionären streitet sie erfolgreich, wenn wieder einmal Frauen die Teilnahme an der Rallye verboten werden soll. Sonbol erzählt überraschend offen von den traumatischen Erlebnissen in ihrer Vergangenheit, aber auch von den inneren Zweifeln, von ihren Ängsten: Steht Gott wirklich auf ihrer Seite, führt sie wirklich ein gottgefälliges Leben? Was ist, wenn die Mullahs mit ihren strengen Regeln doch Recht haben? Warum fällt es den Iranern so schwer, eigenständig zu sein? Ist es in diesem Land denn überhaupt möglich, ohne Maske, ohne Verstellung zu leben?

In der Person Sonbol spiegeln sich die typischen Widersprüche und die Zerrissenheit ihres Landes: auf der einen Seite modern und zum Aufbruch bereit, auf der anderen Seite in alten Traditionen und Strukturen gefangen.

(Quelle: SWR)

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TV-Premiere Deutschland 22.09.2008 SWR

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 Produktionsinformationen   Anzahl der Drehtage k.A.
  Drehort/e Teheran
  Lauflänge 54 Min.
  Förderungen Medien- und Filmgesellschaft Baden-Württemberg: 56.000 € SWR Junger Dokumentarfilm
 Technische Informationen   Seitenverhältnis k.A.
  Farbe/SW Farbe