Reportage | 2016 | arte | Deutschland

    Kurzinhalt

    Am Montag dieser Woche brachten Fähren die ersten Flüchtlinge von der griechischen Insel Lesbos in die Türkei, im Gegenzug landeten die ersten syrischen Asylbewerber aus der Türkei in Deutschland. Die EU will auf diese Weise die sogenannten "Flüchtlingsströme" kontrollieren, auch damit die Mitgliedstaaten sich leichter einigen können, wie die Asylbewerber auf die EU-Länder verteilt werden können. Menschenrechtler und Hilfsorganisationen kritisieren dieses neue Verfahren scharf – es sei mit den Werten der Europäischen Union nicht vereinbar. Der Hohe Flüchtlingskommissar der Vereinten Nationen drohte sogar, sich aus der Betreuung der Flüchtlinge in Griechenland zurückzuziehen, falls dieses Abkommen in die Tat umgesetzt würde.
    Die ARTE Reporter fuhren mit der griechischen Küstenwache vor der Insel Chios auf Patrouille. Sie erlebten, wie die Flüchtlinge, die nach dem Stichtag des 20. März in Griechenland ankamen, in den neuen "Hotspot" gebracht wurden, ein Lager von vielen, mit Stacheldraht umzäunt, von dem aus sie wieder in die Türkei zurückgebracht werden sollen. Die Hotspots sind bereits jetzt überfüllt, die Angst und die Wut der Menschen auf die Verhältnisse dort und das neue Abkommen mit der Türkei steigen täglich. Bleibt noch die Frage, was mit den Menschen geschehen soll, denen vor dem 20. März die Flucht nach Griechenland gelang. Im Hafen von Piräus allein campen 5000 Flüchtlinge unter menschenunwürdigen Bedingungen. Auch hier nehmen die Spannungen täglich zu. (http://info.arte.tv/de/europa-schliesst-seine-grenzen)

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    Apollofilm