Kurzinhalt

    Das Feature „Kontrollverlust – RWE und die Braunkohle im Rheinischen Revier“ von Karin de Miguel-Wessendorf und Matthias Holland-Letz stellt die schwerwiegende Frage: Was nun? Denn im Rheinischen Revier zwischen Köln und Aachen kämpfen die Klimaschützer einen erbitterten Kampf gegen den Energiekonzern RWE und seine 9.000 Mitarbeiter. Während diese weiterhin im Braunkohletagebau und in den Kraftwerken ihr Brot verdienen möchten, engagieren sich Naturschützer und Umweltpolitiker für einen raschen Ausstieg aus dem Tagebau und gegen die Umsiedlung der im Revier lebenden Menschen.

    Für die Fernsehreportage „Klimaschützer gegen Stromriesen - Vom Widerstand im Rheinischen Revier“ aus der WDR-Reihe „Tag 7“ hat Karin de Miguel-Wessendorf ein Jahr lang Waldbesetzer, Bürgerinitiativen und engagierte Kirchenmitglieder im Revier begleitet und ihren Kampf gegen den Tagebau dokumentiert. „Ich werde hier nicht weggehen, solange das Loch weitergebaggert wird“, sagt zum Beispiel Clumsy, einer der Besetzer im Hambacher Forst. Seit vier Jahren lebt er hier in einem Baumhaus und versucht mit etwa 30 weiteren Aktivisten, den Tagebau zu stören. Sie kämpfen gegen den Energiekonzern RWE, der das Gesetz auf seiner Seite hat: Noch bis 2045 darf das Unternehmen im Hambacher Forst Braunkohle abbauen.

    (Quelle: WDR)

    Das rheinische Braunkohlerevier ist die größte CO²-Quelle Europas. Der Tagebau verschlingt ganze Dörfer, und auch den Hambacher Forst. Dagegen regt sich Widerstand. Im Wald entstehen Baumhäuser, rund 30 Baumbesetzer versuchen eine Rodung des wertvollen Biotopes zu verhindern. Und die Bewohner der betroffenen Dörfer verlassen keineswegs alle kampflos ihre Heimat – einige bleiben, so lange sie können. Unterstützt werden sie von einer Bürgerinitiative im benachbarten Buir, und von 1000 Klimaaktivisten aus ganz Europa, die den Tagebau Garzweiler für einen Tag besetzen und den Braunkohleabbau symbolisch stoppen. Sie wollen ein Signal an die internationalen Klimagipfel senden: Beendet die klimaschädlichste Art der Energiegewinnung.

    Der Energiekonzern RWE will bis ins Jahr 2045 Braunkohle abbauen, steht aber unter immer größerem Druck, seit auch kirchliche Gruppen und Lokalpolitiker sich dem Widerstand angeschlossen haben. Tag 7 hat die Klimakämpfer ein Jahr lang begleitet. Zum Beispiel Clumsy, der sich ein Baumhaus in 18 Metern Höhe gebaut hat. Seit vier Jahren lebt er in 18 Metern Höhe, um zu verhindern, dass die Bagger vorrücken: "Allein dadurch, dass ich auf dem Baumhaus lebe, bin ich schon im Weg". Oder Lars Zimmer, einer der letzten Bewohner von Immerath. Die meisten Bewohner sind bereits umgesiedelt, doch er will seine Heimat nicht verlassen: "Wenn es mehr Widerstand gäbe, dann würde es RWE nicht ganz so leicht fallen, diese Dörfer hier dem Erdboden gleich zu machen." Und Antje Grothus aus Buir, wenige Kilometer vom Tagebau Hambach entfernt: "Wenn wir es nicht aufhalten können, werden die Bagger hier vor der Haustür stehen."

    (Quelle: Thurnfilm)
    AbteilungTätigkeitNameAnmerkung
    DrehbuchDrehbuchautorinKarin de Miguel Wessendorf
    KameraEB Assistent Bild-Ton Ralf Gromann
    ProduktionProduktionsassistentin Anna Maria Becker
    RegieRegisseurinKarin de Miguel Wessendorf
    SchnittEditorinJulia Wiegand

    Produktionsfirmen

    FirmaAnmerkung
     Thurn Film

    TV-Ausstrahlung

    ArtLandSenderDatum / ZeitAnmerkung
    ErstausstrahlungDeutschlandWDR [de]Donnerstag, 10.11.2016