Dokumentarfilm | 2014-2015 | ORF [at], WDR [de] | Dokutainment, Musik | Österreich

Kurzinhalt

Ralph Benatzky schuf eines der am häufigsten aufgeführten Bühnenwerke überhaupt: „Das Weiße Rössl“. Doch obwohl dieses Werk das einzige ist, das ihn vor dem Absturz in die Vergessenheit bewahrt, war ihm diese geniale Mischung aus Revue und Singspiel nicht sonderlich wichtig.
Benatzkys Urteil war meist zutreffend: Egal ob er über andere oder über sich selbst her zog, er war ein knallharter Kritiker mit klarem Blick für das Wesentliche. Und wenn man seine großteils vergessenen, zahllosen Chansons, Singspiele und Operetten hört, muss man zugeben: Da gibt es noch eine Menge vergessener Meisterwerke zu entdecken.
Benatzky war ein absoluter Vielschreiber. Dass von den unglaublich vielen Operetten, Singspielen, Revuen, Filmmusiken, Liedern und Chansons nur so wenige überlebten, liegt ganz bestimmt nicht an der Qualität der Werke.
Diesen Beweis anzutreten, ist eine wesentliche Aufgabe von „Benatzky!“.
„Bezauberndes Fräulein“, „Meine Schwester und ich“, „Das kleine Café“ oder „Axel an der Himmelstüre“ sind Operetten, die in ihrem lässigen Musikstil und in ihren teils sehr bissig-satirischen Texten (Benatzky schrieb seine Libretti meist selbst) an die besten Werke Offenbachs heranreichen.
Die Tagebücher
Benatzky schrieb sich seine Erfolgserlebnisse und seinen Frust, seine Alltagsbeobachtungen und seine Kritik, seine privaten Turbulenzen und sein
tragisches Schicksal in der Emigration in Tagebüchern von der Seele. Von 1919 bis 1957 (Benatzkys Todesjahr) entstand so ein dichtes, spannendes und enorm facettenreiches Zeitpanorama, das von Wien nach Berlin, von Zürich nach Hollywood und von New York an den Wolfgangsee führt. Benatzky trifft berühmte Künstlerkollegen, überrascht mit scharfzüngigen Kritiken, geht mit sich selbst gnadenlos ins Gericht (er beweihräuchert sich aber auch ebenso gerne) und beweist erstaunlichen politischen Weitblick, als er 1930, noch ehe Hitler an die Macht kommt, einen nationalsozialistischen Diktator vorhersagt und in die Schweiz übersiedelt.
Berlins Kunstszene in den „wilden 20ern“ lebt ebenso in tausend Details auf, wie der „American way of life“ in New York oder die versnobte Ignoranz des Salzburger Festspielpublikums. Satire pur, vieles davon heute genauso gültig wie zur Zeit der Niederschrift.
Er, der Goi, erkannte das Wesen des Nationalsozialismus lange, bevor die meisten Juden begriffen, was geschah – und emigrierte.
Im amerikanischen Exil erging es ihm, wie so vielen seiner Kollegen: Er blieb in den USA völlig erfolglos, verlor fast sein gesamtes Vermögen und musste bei seiner Rückkehr nach Österreich feststellen, dass er kaum mehr gefragt war.
Sein Dasein als lebende Tourismuswerbung für St. Wolfgang und Grinzing verbitterte den ehrgeizigen Komponisten; Medikamente und Alkohol wurden seine besten Freunde. Das Tagebuch endet im August 1957, 2 Monate vor Benatzkys Tod.
Schauspieler*inRollenameSynchronschauspieler*in / Sprecher*in
 Dietrich Sieglselbst [HR]
Erwin Steinhauerselbst [HR]
Katharina Straßerselbst [HR]
 Florian Teichtmeisterselbst [HR]
AbteilungTätigkeitNameAnmerkung
DrehbuchDrehbuchautorThomas Macho
KameraKameramann/DoPPeter Aigner
MusikMusikproduzentThomas Rabitsch
ProducerProduzentThomas Macho
ProduktionHerstellungsleiter (Line Producer)Konstantin Seitz
RegieRegisseurThomas Macho
SchnittEditorinMonica Parii

Produktionsfirmen

FirmaAnmerkung
FOR TV GmbH / 4TV [at]