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Akte D - Die Macht des Stromkartells

  • Geschichte im Ersten - Akte D (Arbeitstitel)
Doku (Reihe) | 2014 | ARD [de] | Deutschland

    Kurzinhalt

    Die Geschichte der Stromversorgung in Deutschland beginnt mit einem Kartell - wegweisend für die Zukunft der Branche. Die Unternehmer Emil Rathenau und Werner von Siemens erkennen gegen Ende des 19. Jahrhunderts, dass sich mit Strom viel Geld verdienen lässt. Um sich dabei nicht in die Quere zu kommen, treffen die Konkurrenten ein lukratives Abkommen: Rathenau verkauft den Strom an die Kunden, Siemens die Generatoren an die Kraftwerke. Noch bevor es einen Strommarkt in Deutschland gibt, ist er schon aufgeteilt. Eine andere Besonderheit zeigt der Blick auf die Geschichte der RWE: Als deren rasante Expansion vor rund hundert Jahren auf den politischen Widerstand von Kommunen stieß, gelang es dem Industriellen Hugo Stinnes, sie mit einem genialen Schachzug langfristig an die Geschäftsziele des RWE zu binden - er machte sie zu Anteilseignern. Das ist bis heute Garant für das Wohlergehen der Stromriesen.

    Die Macht der Stromindustrie war schon früh so groß, dass Pläne zu einer Verstaatlichung dieser Schlüsselbranche nie zur Ausführung kamen - nicht in der Weimarer Republik, nicht während der NS-Zeit und auch nicht während der Zeit der alliierten Besatzung nach dem Zweiten Weltkrieg. Im Zuge des Kalten Krieges machen die Amerikaner ein folgenschweres Angebot: Staaten, die auf eigene Atomwaffen verzichten, erhalten Unterstützung bei der friedlichen Nutzung der Kernenergie. Die „Atoms for Peace"-Kampagne verhilft dem Atom damit zu einem neuen, sauberen Image. Doch ausgerechnet die Stromversorger reagieren abwartend. Sie haben kein Interesse an teuren Kernreaktoren, setzen weiter auf billige Braunkohle. Der Umschwung wird durch Zusagen teuer erkauft: Der Staat soll die Hauptkosten für Entwicklung und Entsorgung des Atommülls tragen. Einmal „zum Jagen getragen", sind es bald die Versorger, die mit aller Macht und geschickter Lobbyarbeit ihre lukrativen nuklearen Gelddruckmaschinen gegen den zunehmenden Druck aus Bevölkerung und Politik verteidigen.

    Als 1989 die Mauer fällt, versuchen die westdeutschen Konzerne sich das Monopol an der kompletten Stromversorgung der DDR zu sichern - weitgehend erfolgreich. Und auch die Liberalisierung des Strommarktes in der EU führt in Deutschland letztlich zu noch mehr Konzentration und teurerem Strom für den Verbraucher. Wird heute durch die Energiewende die über 130 Jahre gewachsene Macht der Stromindustrie begrenzt und wieder der Politik untergeordnet? Der Ausgang ist offen ...

    Quelle: Pressedienst Das Erste
    AbteilungTätigkeitNameAnmerkung
    DrehbuchDrehbuchautorinJulia Meyer
    DrehbuchDrehbuchautorFlorian Opitz
    KameraKameramann/DoPJörg Adams
    KameraEB Techniker Bild-Ton Bastian BarenbrockZeitraffer
    MusikKomponistJoachim Dürbeck
    MusikKomponist René Dohmen
    ProduktionPostproduction SupervisorIngo Eickenbusch
    RegieRegisseurFlorian Opitz
    SchnittEditor Marc AccensiGrimme Preis 2015
    TV-/Web-ContentRedakteurThomas Kamp

    Facilities

    Geschäftsbereich FirmaAnmerkung
    VFX / PostproduktionFilmmusikDürbeck & Dohmen
    PreisträgerJahrPreisKategorie 
    Florian Opitz2015Grimme PreisInformation und Kulturgewonnen

    TV-Ausstrahlung

    ArtLandSenderDatum / ZeitAnmerkung
    ErstausstrahlungDeutschlandARD [de]Montag, 27.10.2014