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Der Kreml-Flieger - Mathias Rust und die Landung auf dem Roten Platz

  • Rust in Red Square (Internationaler Titel)
  • Der Kreml-Flieger (Arbeitstitel)
Dokumentarfilm | 2011-2012 | arte, HR [de], SR [de] | Doku, Geschichte, Politik | Deutschland

Projektdaten

Lauflänge52
SeitenverhältnisTV 16:9 (1 : 1,78)
BildnegativmaterialXDCam
BildpositivmaterialHDCAM
TonformatStereo

    Kurzinhalt

    Mai 1987. Reagan und Gorbatschow treffen sich in Reykjavik. Sie verhandeln über delikate Fragen der Abrüstung, aber die Gespräche stecken fest. Gorbatschows „Wandel durch Annäherung“ ist mehr Wunsch als Realität. Der 19-jährige Mathias Rust sitzt in seinem Zimmer, im Haus der Eltern in Wedel, bei Hamburg und ist besorgt. Er verfolgt die Nachrichten und entschließt sich zu handeln. Rust ist Mitglied eines lokalen Sportflieger-Clubs. Obwohl er bisher nur 50 Flugstunden absolviert hat, beschließt er nach Moskau zu fliegen und Gorbatschow zu treffen.

    In Helsinki tankt er auf und überdenkt noch einmal die geplante Aktion. Drei Tage nimmt er sich dafür Zeit. Dann startet er durch. Am 28. Mai 1987 verlässt er Helsinki und fliegt in die schwer gesicherte Flugzone des „Eisernen Vorhangs“. Sofort gerät er ins Visier der sowjetischen Luftabwehr. Abfangjäger steigen auf und begleiten ihn.

    Ironie des Schicksals: Rust überfliegt die Grenze am „Tag der Grenzsicherheitsgruppen“. Niemand hindert ihn am Weiterflug. Er landet auf dem Roten Platz und stellt die Maschine ordnungsgemäß auf einem Autoparkplatz ab. Anschließend plaudert er mit den Passanten und lässt sich, nach zwei Stunden, ohne Gegenwehr verhaften. Er wird wegen illegalen Eindringens, der Verletzung von Flugrechten und Rowdytums angeklagt.
    Während er im Lefortovo-Gefängnis sitzt ergreift Gorbatschow die Chance, einige seit langem ungeliebte Generäle los zu werden. Es wird die größte Umwälzung des Militärs seit 1930. Der Verteidigungsminister, der Leiter der Luftabwehr und Hunderte von Offizieren werden entlassen. Der Weg zur Reform ist frei. Am 3. August 1988 – zwei Monate nachdem Reagan und Gorbatschow eine Einigung erzielt hatten – wird Rust vom Obersten Gericht begnadigt und kehrt nach Deutschland zurück.

    Die Rahmenhandlung rund um den Flug des 19-jährigen Mathias Rust wird in Form von Spielszenen ohne Dialoge inszeniert. Die Emotionen und historische Dimension des Ereignisses werden so sinnlich erfahrbarer. Der Film stützt sich des weiteren auf Interviews mit Zeitzeugen, Verwandten, ehemaligen sowjetischen Soldaten, sowie auf medial dokumentierte Zeugnisse seiner Ankunft in Moskau, den Gerichtsprozess, KGB-Unterlagen, den Besuch der Eltern im Gefängnis, Rusts Rückkehr und den darauffolgenden Zusammenbruch der Sowjetunion.
    AbteilungTätigkeitNameAnmerkung
    DrehbuchDrehbuchautorinGabriele Denecke
    FilmgeschäftsführungFilmgeschäftsführerinDaniela Schöne
    KameraKameramann/DoPTill Ludwig
    Kamera1. Kameraassistent Thomas Funk
    MusikKomponist Tim Stanzel
    MusikKomponist Eike Hosenfeld
    MusikKomponist Moritz Denis
    Postproduction/VFXTitle Designerin Susanne Radelhof& DVD Graphik Design
    ProducerProduzentChristian Beetz
    ProducerProducerinSarah Maret

    TV-Ausstrahlung

    ArtLandSenderDatum / ZeitAnmerkung
    ErstausstrahlungDeutschlandARD [de]Montag, 21.05.2012