Brief synopsis

    Martina ist eine von rund 100.000 Haushaltshilfen aus Osteuropa, die in Deutschland arbeiten. „Die körperliche Arbeit ist nicht schwer. Das Schwierige ist, dass ich nicht alles verstehe, was Lore mir sagt. Und ich kann nie wirklich allein sein“, klagt Martina.

    Die 29jährige Martina verlässt ihr Dorf in der Slowakei, um als Haushaltshilfe bei einem alten Ehepaar in Allensbach am Bodensee zu arbeiten. Max kann nur noch selten das Bett verlassen und benötigt eine intensive Pflege. Zu Martinas Pflichten gehört es aber auch, der an den Rollstuhl gefesselten Lore im Haushalt zu helfen. Pflege, Waschen, Putzen, Einkaufen, Kochen: Martina arbeitet rund um die Uhr, 7 Tage die Woche. Ein monotoner Alltag, der ihr nur wenig Freizeit lässt. Nach zwei Monaten Arbeit fährt sie für einige Wochen nach Hause in die Slowakei, bevor sie wieder nach Deutschland fährt.

    Martinas karge Freizeit und ihre wenigen Deutschkenntnisse machen es ihr schwer, Freundschaften zu schließen. Aber nicht nur Einsamkeit und Heimweh bedrücken sie: Sie leidet unter den wachsenden Spannungen zwischen ihr und Lore. Martina kann ihrer Arbeitgeberin nichts recht machen. Sie stelle sich beim Spätzle-Schaben ungeschickt an, putze nicht bereitwillig genug und vor allem esse und trinke sie viel zuviel, klagt die alte Frau.

    Nur an der Pflege ihres Mannes hat Lore nichts auszusetzen. Lore lässt ihre Haushaltshilfe nicht aus den Augen, ihr strenger Blick folgt ihr nahezu überallhin. Die Situation eskaliert, als Martina sich Lores Forderung, erst nach 12 Wochen Arbeit Urlaub in der Slowakei zu machen, verweigert: Sie will weiterhin nur acht Wochen am Stück in Deutschland arbeiten.

    Über 100 000 Pflegekräfte aus Osteuropa kümmern sich wie Martina als Haushaltshilfen um alte Menschen in Deutschland. Für die Osteuropäerinnen sind die Haushaltsjobs oft eine Alternative zur Arbeitslosigkeit in ihrer Heimat. Der Dokumentarfilm „Die Haushalftshilfe“ schaut hinter die Kulissen des Alltags eines betreuten Paares, das eine Haushaltshilfe beschäftigt. Er macht deutlich, welche Spannungen und Probleme diese Zusammenarbeit mit sich bringt.

    (Quelle: SWR - Junger Dokumentarfilm)

    Crew

    ActivityNameComment
    Production accountantChristos Papaioannou
    Director of photographyInigo Westmeier
    1st assistant cameraEmanuel Maximilian Schwermer1st AC / DIT
    DirectorAnna Hoffmann
    EditorLena RemBerlinale, Perspektive Deutsches Kino 2010
    ComposerMartina Eisenreich
    Delegate producerStephan Grobe
    Unit production managerStephan Grobe
    Production sound mixerClemens Becker
    Sound re-recording mixerClemens Becker
    Sound designerClemens Becker
    Commissioning editorGudrun Hanke-el GhomriSWR (Junger Dokumentarfilm)

    Awards

    Award winnerYearAwardCategory 
    Anna Hoffmann2009Deutscher Kurzfilmpreis 2009SonderpreisWinner
    Anna Hoffmann2010Horizonte FilmpreisDokumentarfilmWinner
    Lena Rem2010Sehsüchte PotsdamLobende Erwähnung für die Montage DokumentarfilmWinner

    TV-broadcast

    TypeCountryStationDate / TimeComment
    First showingGermanySWR [de]Monday, 20/09/2010