Das Auge von Al Dschasira | © SWR / Gerd Schneider

Am Rand der Hoffnung

  • The Edge Of Hope (Internationaler Titel)
  • Das Auge von Al Dschasira (aka Land aus Worten) (Arbeitstitel)
Dokumentarfilm | 2005-2006 | Porträt | Deutschland

    Kurzinhalt

    Im August 2005 zieht sich die israelische Armee nach fast dreißig Jahren aus dem Gazastreifen zurück. Wochenlang ist der Rückzug Thema in der internationalen Presse. Einmal mehr beschäftigt der Konflikt zwischen Palästinensern und Israelis die Weltpolitik. Während die Welt auf den winzigen Streifen Land an der ägyptischen Grenze blickt, geht das Leben im Westjordanland rund um Ramallah seinen gewohnten Gang. Weder von der hoffnungsvollen Stimmung in anderen Teilen der Welt noch von den wütenden Protesten der israelischen Siedler ist hier viel zu spüren.

    Der 35-jährige Palästinenser Ramadan Affana kennt diesen Alltag, der weit von dem entfernt ist, was wir als "Normalität" begreifen, genau. Er lebt nicht nur im Westjordanland, sondern er ist auch beruflich dicht am dortigen politischen und gesellschaftlichen Geschehen dran: Er ist Kameramann für den arabischen Sender Al Dschasira. Geboren und aufgewachsen im Flüchtlingslager Qalandia, hat er es zu einem guten Job gebracht. Mit seiner Kamera hält Ramadan Affana das alltägliche Chaos um ihn herum fest: immer wieder an neuen Orten eingerichtete israelische Straßensperren, die den ohnehin chaotischen Verkehr für Stunden lahm legen; bewaffnete Aufmärsche der Al-Aqsa-Brigaden, die eine trügerische Hoffnung in die palästinensischen Flüchtlingslagern mitten im geschäftigen Ramallah hineintragen; Demonstrationen von Palästinensern, die innerhalb von Minuten eskalieren.

    Ramadan Affanas Bilder werden vom arabischen Fernsehsender Al Dschasira ausgestrahlt und von diesem in die ganze Welt übermittelt. Die Hoffnung, dass seine Bilder die Weltöffentlichkeit bewegen und sie zum Handeln veranlasst, treibt Ramadan Affanah an und hilft ihm dabei, seinen schwierigen Alltag zu bewältigen.

    Der Film erzählt von dieser Spannung zwischen Hoffnung und Ohnmacht, von Hilflosigkeit und Zuversicht. Von Gewalt und Wut. Viel geschieht, doch nichts ändert sich wirklich. Tag für Tag.

    (Quelle: SWR)
    AbteilungTätigkeitNameAnmerkung
    KameraKameramann/DoP Marcus Zaiser
    MusikKomponistinNatalia Dittrich
    RegieRegisseur Gerd Schneider
    SchnittEditorEyas Salman
    TonFilmtonmeister Gerd Schneider
    TV-/Web-ContentRedakteurinGudrun Hanke-el GhomriSWR (Junger Dokumentarfilm)

    TV-Ausstrahlung

    ArtLandSenderDatum / ZeitAnmerkung
    ErstausstrahlungDeutschlandSWR [de]Montag, 19.11.2007