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Dokumentarfilm | 2011 | Doku | Deutschland

Drehdaten

Drehbeginn01.02.2011
Drehende26.05.2011
Drehtage26
DrehorteLeipzig, Berlin, Lübeck, Stuttgart, Hegau am Bodensee

Projektdaten

Filmförderungen
Lauflänge90
SeitenverhältnisCinemascope (1 : 2,39)
BildnegativmaterialXDCam HD

Kurzinhalt

Wer ist Angela Merkel – und wenn ja, wie viele? Wer hätte gedacht, dass sich hinter einer Lübecker Hausfrau eine zweite Angie verbergen könnte? Oder dass eine badische Familienmutter aus ihrer Ähnlichkeit mit der Bundeskanzlerin Profit schlagen würde?
Regisseur Douglas Wolfsperger („Bellaria“, „Der entsorgte Vater“) setzt sich in seinem neuen Kino-Dokumentarfilm „Doppelleben“ mit dem Phänomen von Doubles auseinander, indem er zwei Angela-Merkel-Doppelgängerinnen porträtiert. Wie die vorübergehende Annahme einer fremden Identität (eigene) Wahrnehmung neu definieren aber auch verzerren kann, das untersucht „Doppelleben“. Dabei hält Wolfspergers Kamera komische, teilweise auch absurde Momente fest und reflektiert Schein und Sein, plötzlichen Erfolg und Rückschläge – ohne seine Protagonistinnen lächerlich zu machen oder ihnen zu nahe zu treten.

Im Zentrum des Films steht die Lübeckerin Susanne Knoll. Die Mutter dreier Töchter wurde zufällig auf einem Polterabend entdeckt, als ihr jemand bescheinigte, dass sie Angela Merkel verblüffend ähnlich sehe. Von diesem Befund anfänglich wenig begeistert, nahm Knoll schließlich das Angebot eines Agenten an, sich als Doppelgängerin zu verdingen. Wenn Susanne Knoll aus der „Angie-Limousine“ winkt oder während eines Auftritts auf einem Passagier-Boot ein Baby auf den Arm nimmt, geht sie in ihrer Rolle voll auf. In Gesprächen in ihrem häuslichen Umfeld lernt der Zuschauer dagegen die Privatperson Knoll kennen. Die unter Depressionen und Minderwertigkeitskomplexen leidende Frau wuchs als Merkel-Doppelgängerin über sich hinaus: Sie entpuppte sich als Schmetterling, der es plötzlich verstand, Herausforderungen zu meistern und die Leichtigkeit des Seins zu leben. Ihr Schlachtruf lautete von nun an: „Du bist Angela, du schaffst das!“ Auch privat veränderte sie ihr Leben radikal, trennte sich von ihrem Mann und versuchte sich sogar in der Politik: Pikanterweise als SPD-Kandidatin der Lübecker Bürgerschaft. Doch ist ein Merkel-Double bei den Sozialdemokraten nicht ein Widerspruch in sich? Vom beruflichen Erfolg beflügelt, wollte sie auch in der Politik gleich hoch hinaus. Damit sorgte sie für einen internen Zwist in der Lübecker SPD und für einiges Amüsement in der Lübecker Bürgerschaft.
Bald bekam Knoll Konkurrenz: Auch die Badenerin Marianne Schätzle tritt als Merkel-Double auf. Auslöser für ihre Merkel-Imitationen war ihr kleiner Sohn, der ein Foto der heutigen Kanzlerin in der Zeitung aufgeregt mit „Mama, Mama!“ kommentierte. Ob Schätzle in der Fußgängerzone mit dem sächsischen Bill-Clinton-Double Lothar Wunderlich auftritt oder eine Ostalgie-Privatfeier mit einem Pseudo-Erich Honecker bestreitet – stets ist die ehemalige Krankenpflegerin mit vollem Einsatz dabei.
Ehrgeizig sind beide Frauen. Den Anspruch, das wahre Merkel-Double zu sein, haben ebenfalls beide. Gibt es Eifersucht oder Rivalität? Natürlich. In Wolfspergers Film kristallisieren sich zwei grundverschiedene Persönlichkeiten mit unterschiedlichen Lebensentwürfen heraus.
Doch wie lange kann man dieses Spiel durchhalten, dieses doppelte Leben führen? Was bedeutet es für das eigene Ego, Zweitverwerterin des Ruhmes einer anderen zu sein? Wo endet die Imitation und wo beginnt die Schizophrenie?
Zudem währt Erfolg nicht ewig und nutzen sich auch originelle Konzepte ab. Problematisch wird es, wenn man von Freunden und Bekannten nur noch als „Angie“ tituliert wird oder sich selbst bei alltäglichen Handlungen wie der Müllentsorgung beobachtet fühlt. Am Ende werden die beiden Filmheldinnen verschiedene Wege einschlagen: Die eine nimmt Abstand vom Doppelleben, die andere macht unbeirrt weiter.
„Doppelleben“ kratzt an der Oberfläche des Scheins und verhandelt auch Themen wie Neuanfang und Stagnation, Identitätsfindung und Persönlichkeitskrise auf unterhaltsame, aber nie oberflächliche Weise. Es ist ein Film über zwei gewöhnliche Frauen, denen etwas Außergewöhnliches zugestoßen ist und die mit den Folgen von Fremdwahrnehmung, Erfolg und Krisen umgehen müssen. (http://www.douglas-wolfsperger.de/main-menu/kino-dokumentarfilme/2011-doppelleben/inhalt/)
Schauspieler*inRollenameSynchronschauspieler*in / Sprecher*in
Susanne KnollHerself [HR]
Marianne SchätzleHerself [HR]
Lothar WunderlichHimself [HR]
 Tyrell van BoogBodyguard [NR]
AbteilungTätigkeitNameAnmerkung
DrehbuchDrehbuchautorDouglas Wolfsperger
DrehbuchRechercheurinMarianne Falck+Stoffentwicklung Treatment
FilmgeschäftsführungBuchhalterin Ulrike Wieczorek
KameraKameramann/DoP Frank Marten Pfeiffer2. Drehphase
KameraKameramann/DoP Rene Dame
Kamera1. Kameraassistent Tobias HametnerPDW-700
Kamera1. Kameraassistent Conrad LobstXDcam-HD, Block 1
MusikKomponistWolfgang Lenk
MusikKomponistMathias Dietrich
Postproduction/VFXTitle Designer Johannes MewesCine Chromatix

Vertriebs- / Verleihfirmen

FirmaAnmerkung
Camino Filmverleih GmbH [de]

Facilities

Geschäftsbereich FirmaAnmerkung
VFX / PostproduktionBild/Schnitt, Editing Cine Chromatix KGSendebanderstellung
VFX / PostproduktionFilmbearbeitung/Transfer Cine Chromatix KGColor Grading
VFX / PostproduktionTitel Cine Chromatix KGTiteldesign
ArtLandDatumAnmerkung
KinostartDeutschlandDonnerstag, 30.08.2012