Kurzinhalt

    Dienstags um halb acht stellt er seinen Arztkoffer in den Kofferraum. Dann geht's los. Neben ihm seine Frau, die ihn zurechtweist, wenn er eine Dreißiger-Zone ignoriert. Er hat es nun mal eilig, um der Patienten willen. Da eine Bronchitis, dort eine Hausgeburt, nebenan ein entzündeter Fuß. Seit über 50 Jahren ist er im Dauereinsatz, zum Wohl von Huhn, Pferd oder Schaf. Bald wird er 85, der Landtierarzt aus Pappritz bei Dresden. Im Erzgebirge ist Dr. Gunter Häse bekannt wie ein bunter Hund. Wo er eintritt, kommt ein Vertrauter, ein Freund herein. Daheim in seiner Praxis lebt er in ständiger Bereitschaft. Als unlängst jemand spätabends mit einer kranken Katze vor der Tür stand, operierte er den Darmvorfall des Tieres bis zum frühen Morgen. Die Dankbarkeit der Menschen ist sein Lebenselixier: "Ich mache weiter, bis mir die Spritze aus der Hand fällt!"
    ei ihr herrscht Ordnung. Ob ein Lieferschein von 1930 oder das Waschmittel mit Zitronenduft aus den 1920er-Jahren, die aufbewahrten historischen Utensilien sind schnell zu finden. Auch in ihrem kleinen Dorfladen, in dem es fast alles gibt, ist ein klares Ordnungsprinzip unverkennbar. Seit über 60 Jahren steht Freia von Gostomski hinter der Verkaufstheke. Die 81-Jährige hat ihr ganzes Leben in dem kleinen Lausitzer Ort Crostau verbracht. Wer da nicht alles durch ihre Schaufensterscheibe geschaut hat? In welcher Kleidung, in welcher Uniform, mit welchem Abzeichen am Revers? Doch verkauft hat sie immer, auch angeschrieben, wenn es sein musste. Und ihr Laden ist bis heute eine begehrte Börse für brandheiße Neuigkeiten aus der Umgebung. Crostau ohne Freia, eine Vorstellung, die die Dorfbewohner einfach ablehnen.

    Es ist nicht der Wunsch nach Geld, der viele Senioren weitermachen lässt. Die Erfahrung, für andere Menschen Verantwortung zu tragen, motiviert sie. Und sie empfinden Genugtuung und Freude, wenn sie im hohen Alter noch nützlich sein können. Was wird dann, wenn Menschen wie Gunter Häse oder Freia von Gostomski nicht mehr da sind? Die Reportage stellt einige Senioren im Unruhestand vor. Zu erleben sind Menschen, die bis ans Lebensende einer Maxime folgen: Für andere da zu sein. (MDR)
    TätigkeitNameAnmerkung
    EB KameramannAlexander Decker
    EB Assistent Bild-TonJohannes Amm
    RegisseurTom Kühne

    Produktionsfirmen

    FirmaAnmerkung
    Neo Productions, Stefan Hoge [de]