Dokumentarfilm | 2012-2017 | Doku | Deutschland

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Lauflänge35 Min.

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Kurzinhalt

Herbert Grob verbrachte 1947-1951 in Kriegsgefangenschaft, weil er beschuldigt wurde, Teil der nationalsozialistischen Unterorganisation "Werwolf" zu sein.

Im Jahre 1947 verliebten sich Eva und Herbert im Alter von 17 Jahren ineinander. Die glückliche Anfangszeit konnten die beiden jedoch nur zwei Wochen lang erleben, denn Herbert geriet von 1947 bis 1951 unschuldig in Kriegsgefangenschaft der Sowjetunion. Ihm wurde vorgeworfen, als angeblicher „Werwolf“ mit drei Klassenkameraden in seiner Heimatstadt Mühlhausen gekämpft zu haben. So wurde e~~r dort und auch an anderen Orten, wie z.B. Bad Langensalza, Buchenwald, Torgau & Sachsenhausen mit Freiheitsentzug bestraft. Während dieser Zeit durfte er nur einen Brief an seine Familie schreiben. Als Antwort darauf erhielt er ein Foto seiner damaligen Freundin, welches ihm Kraft gab, diese von Qualen geprägte Zeit zu überstehen. Parallel dazu versuchte Eva aber in dem Glauben, dass ihre Jugendliebe gestorben sei, ihr Leben normal weiterzuführen. Ihren neuen Partner verließ sie jedoch sofort, als nach Herberts Freilassung klar wurde, dass sich an der starken Bindung der beiden zueinander nichts geändert hatte. Ein Jahr später heirateten sie dann.

Auch nach 60 Jahren ist das Paar immer noch glücklich verliebt. Die schlimme Zeit in Gewahrsam ist jedoch nicht spurenlos an Herbert vorbeigegangen: Er hat mit Zwängen und Albträumen zu kämpfen, die ihn fast jede Nacht verfolgen. Die Selbstaufnahmen des Paares mit einer Digicam ermöglichen dem Zuschauer tiefe Einblicke in diese Schattenseiten ihres Lebens. Ergänzt werden diese außergewöhnlichen Bilder zudem noch von alten 8mm-Aufnahmen aus den besten Jahren des Paares über mehrere Epochen. Die Einblicke in die kontroversen Lebenssituationen von Eva und Herbert sowie die Gespräche mit seinem Schulfreund Georg, der die Zeit in Gefangenschaft auf andere Art und Weise verarbeitet hat, regen den Zuschauer zum nachdenken über Liebe und Schicksal an.

Fasziniert von den Erlebnissen der Kriegsgefangenschaft, die Herbert Grob in seinem Buch „Gelitten, gehofft, überlebt“ niederschrieb, besuchte der junge Regisseur Florian Arndt ihn und seine Frau Eva in Mühlhausen. Schnell wurde klar, dass die Erlebnisse des Rentners hohes Potenzial für eine emotionale, geschichtlich aufklärende Dokumentation bieten würden. Durch mehrere Gespräche entwickelte sich ein freundschaftliches Enkel-Großeltern-Verhältnis zwischen den Protagonisten und Florian Arndt, das bis heute anhält. Die anfängliche Zurückhaltung verschwand schnell durch die Vertrauensbasis, sodass das Ehepaar sich dazu entschied, ihre Vergangenheit in diesem Film aufzuarbeiten. Da Eva und Herbert sich gern im Alltag fotografieren, schlug der Regisseur vor, dass sich die beiden sich auch in Abwesenheit des Kamerateams filmen könnten. Dabei gelangen emotionale Aufnahmen, die einen tiefen Einblick in die Gefühlswelt der Protagonisten geben.

An insgesamt 10 Drehtagen, die sich auf ein halbes Jahr verteilten, entstanden 30 Stunden Rohmaterial. Diese sollen ergänzt werden durch alte 8mm-Aufnahmen aus dem privaten Archiv von Herbert und Eva.

(Quelle: Facebook-Seite Werwolf)

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