Kurzinhalt

    Rudolf Herrnstadt, Sohn eines jüdischen Anwalts aus Gleiwitz (Oberschlesien), hat bis zu seinem Sturz 1953 eine glänzende Politkarriere gemacht. Als Journalist und einer der wenigen Intellektuellen der DDR-Nomenklatura, als Geheimagent Moskaus und Mitbegründer des Nationalkomitees "Freies Deutschland", als Chefredakteur des "Neuen Deutschland" und Mitglied des ZK und Kandidat des Politbüros.
    Nach dem 17. Juni 1953 wurde er zusammen mit Staatssicherheitschef Zaisser und anderen aus dem Amt gejagt. Ein brutaler Absturz, da seine politische Vernichtung beschlossene Sache war. Danach wurde ihm nur noch die Chance geboten, als Archivar in Merseburg zu arbeiten. Er starb im August 1966.

    "Es gibt kaum noch jemanden, von den mir nahestehenden Menschen aus den Jahren 1939 -1953, der nicht ermordet wurde ... von den Faschisten und ... den als Kommnisten auftretenden Anhängern des Personenkultes", schreibt Rudolf Herrnstadt im Herbst 1963. Ein erschütterndes Fazit eines Kommunisten, der als glühender Verehrer der Sowjetunion, enger Vertrauter Moskaus und selbstloser Parteisoldat der SED an der Realität der DDR-Machtverhältnisse scheiterte.

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