Dokumentarfilm | 2020 | ZDFinfo [de] | Deutschland

Projektdaten

Lauflänge43 min

    Kurzinhalt

    Die Nacht des 15. Juli 2016 veränderte die Geschichte der Türkei: Damals versuchten Teile des türkischen Militärs, die Macht zu übernehmen – mit einem Putsch gegen die Regierung Erdogan. Auf der Bosporus-Brücke in Istanbul schossen Soldaten gezielt auf Zivilisten, Panzer feuerten Richtung Innenstadt. Diese schicksalsträchtige Nacht rekonstruiert die Dokumentation „Kampf auf der Bosporus-Brücke – Die Türkei und der gescheiterte Putschversuch“, eine Kooperation von ZDFinfo mit dem ZDF-Politmagazin „Frontal 21“. Autor und Regisseur des Films ist der im deutschen Exil lebende türkische Journalist Can Dündar, der in der Türkei zu mehr als 27 Jahren Haft verurteilt wurde, weil er vor fünf Jahren in einem Artikel über illegale Waffenlieferungen der Türkei nach Syrien berichtet hatte.

    Mit Zeugenaussagen, gerichtlichen Protokollen und exklusiven Videoaufnahmen schildert die Dokumentation Ablauf und Eskalation des gescheiterten Putschversuchs. Zudem wurden unter anderem Interviews mit der Familie eines jungen Soldaten geführt, der in der Nacht vom 15. auf den 16. Juli auf der Brücke starb. Im Film erinnert sich Burak Dinlers Schwester Fadime Yeltepe an die letzten Nachrichten, die sie mit ihrem Bruder austauschte, bevor er in der Putsch-Nacht zu Tode kam. Außerdem kommt auch einer der Bürger zu Wort, die seinerzeit Erdogans Aufruf folgten und in der Nacht zur Brücke zogen: Eyüp Karaman, Angestellter eines Teehauses in Istanbul, hat die Gewalt in der Nacht vor Ort erlebt und erzählt aus erster Hand, was auf der Bosporus-Brücke geschah. Auch der damalige deutsche Botschafter in der Türkei Martin Erdman kommt im Film zu Wort.

    Staatspräsident Erdogan hatte im TV das Volk aufgefordert, sich gegen das Militär zu stellen. Und nachdem das Militär die Brücke abgesperrt hatte, zogen die demonstrierenden Bürgerinnen und Bürger auf. Bei den Zusammenstößen zwischen Militär und Bürgerschaft starben 352 Menschen, 2240 wurden verletzt. Der Putsch wurde niedergeschlagen, die Macht des Staatspräsidenten Erdogan in der Folge gefestigt. Es folgten Säuberungen im Militär- und Sicherheitsapparat.

    Autor Can Dündar, ehemaliger Chefredakteur der türkischen Zeitung "Cumhuriyet", floh Anfang Juli 2016 nach Deutschland, nachdem er in seiner Heimat auf Geheiß der Regierung Erdogan wegen Spionage festgenommen und am Tag der Urteilsverkündung ein Anschlag auf ihn verübt worden war. Dündar lebt heute im Exil in Berlin, von wo aus er auch die Recherche für diesen Film startete. Da er nicht ohne Gefahr in die Türkei einreisen kann, wurde er für die Filmarbeiten von Kollegen vor Ort unterstützt. Dündar hat in der Vergangenheit in der Türkei zahlreiche Dokumentarfilme gedreht und veröffentlicht.
    (ZDF)
    TätigkeitNameAnmerkung
    Motion Graphics DesignerKonstantin Gramalla
    EB KameramannMarkus Müller [1]
    ProduzentTim Klimeš
    ProduzentinChristiane Mädge
    Herstellungsleiterin (Line Producerin)Silke BenckendorffSenderkalkulation
    Herstellungsleiter (Line Producer)Brian A. MoserAb dem 01.07.2020
    ProduktionsleiterinJenny Heininger
    ProduktionsassistentTobias Fregin
    RegisseurCan Dündar
    RedaktionsleiterChristian Rohde [1]

    Produktionsfirmen

    FirmaAnmerkung
    AVE Publishing GmbH & Co. KG [de]

    TV-Ausstrahlung

    ArtLandSenderDatum / ZeitAnmerkung
    ErstausstrahlungDeutschlandZDFinfo [de]Freitag, 22.01.2021 um 20:15 Uhr