© Helga Brekkan
© Helga Brekkan

Islands Künstler und die Sagas

  • Iceland’s Artists and Sagas (Internationaler Englischer Titel)
  • Island - Kreativer Hotspot (Arbeitstitel)
Dokumentarfilm | 2010-2011 | 3+ [ch], arte, ORF [at], SRF (vormals SF DRS) [ch], ZDF [de] | Doku, Kultur, Kunst | Deutschland, Österreich

Drehdaten

DrehorteIsland

Projektdaten

Lauflänge52'
SeitenverhältnisTV 16:9 (1 : 1,78)
BildnegativmaterialXDCam
BildpositivmaterialHDCAM
TonformatStereo

    Kurzinhalt

    Eisige Gletscher und heiße Quellen, dunkle Wintertage und helle Sommernächte – Island ist ein Land der Extreme. Aber nicht nur die Natur bietet Überraschungen: viele Jahrthunderte alte Sagas, Krimis, exzentrische Videokunst und enigmatische Musik – die isländische Kunst ist einzigartig. Die Insel im Atlantik ist nicht nur ein geologischer, sondern auch ein kreativer Hotspot. Gerade jetzt – nach der harten Finanzkrise – zeigt sich, wie stark die kreativen Ressourcen auf Island sind. Auch wenn der Traum vom großen Geld ausgeträumt ist – die Menschen auf Island haben Phantasie, Poesie und die Fähigkeit gute Geschichten zu erzählen, denn: die Isländer waren die ersten Literaten, die den Menschen in ihren Sagas als Individuum entdeckten, lange vor dem europäischen Ritterroman.

    Vor elfhundert Jahren lag Island, eine felsige Vulkaninsel, noch unbesiedelt im Atlantik. Zugvögel waren die ersten Bewohner, die in Scharen kamen, im 9. Jahrhundert folgten ihnen die ersten Menschen. Sie versuchten – trotz des harschen Wetters und extremer Naturbedingungen – heimisch zu werden. Und sie brachten ihre Götter mit, die fortan Himmel und Erde zusammen hielten – wie Óðin, der jeden Morgen mit seinen beiden treuen Raben Huginn und Muninn (Gedanke und Gedächtnis) auf den Schultern über den Morgenhimmel reitet und die Welt erkundet. In der Mitte des 12. Jahrhunderts geschah dann das Wunderbare: die Islandsagas nahmen ihren Anfang. Bis in die erste Hälfte des 13. Jahrhunderts hinein entstanden etwa drei Dutzend größere Prosawerke und eine Anzahl von kleineren Geschichten. Sie alle erzählen von der Besiedlung Islands, den Menschen und ihren Konflikten. Sie wurden auf Kalbsleder niedergeschrieben und haben den Grundstein für die Entwicklung der nordeuropäischen Literatur gelegt. Heute zählen sie zum UNESCO Weltdokumentenerbe.

    Die alten Mythen sind im kulturellen Leben Islands als Spuren heute immer noch präsent. Kein Schulkind, das nicht die Sagas kennt. Straßennamen in Reykjavík sind nach den Sagahelden benannt. Anekdoten aus den Sagas sind als Redewendungen in die Alltagssprache eingeflossen. Die zeitgenössische Literatur, Musik und Kunst wird heute noch beeinflusst vom Mythenschatz.

    Die Dokumentation „Kleine Insel, große Geschichten“ vermittelt einen Einblick in die Schaffenskraft der isländischen Kulturszene und ergründet mit einigen ihrer bekanntesten Künstler, Literaten und Musikern, warum Island ein „kreativer Hotspot“ ist und was das mit dem Wesen des Landes und dem Wesen von Kreativität zu tun hat.