Kurzinhalt

    Jugend voran, hieß es immer, und die Jugend erfüllte und übererfüllte auch beim Heiraten und Kinderkriegen den Plan. Geheiratet wurde in der DDR sehr jung, viel und oft. Der sanfte Druck der Mangelwirtschaft ließ viele Paare zu sehr pragmatischen Einsichten kommen: Erst einmal heiraten, dann bekommt man auch irgendwann eine Wohnung, die man mit Hilfe des zinslosen Ehekredits einrichten kann. Dann fehlen nur noch die Kinder, um mit der Kindergeld-Prämie den Kredit abzulösen.

    Und so wurde geheiratet, wieder geschieden und wieder geheiratet. Der Mangel setzte allerdings auch dem Hochzeitsritual einige Grenzen. Dederon-Kittelschürzen gab es in nahezu jedem Textil-HO, an einen Brautschleier heranzukommen, war dagegen etwas schwieriger. Hatte Mann oder Frau eine Eheschließung vor, war die Anmeldung beim Rat der Stadt erforderlich. Erst die kleine amtliche Karte mit dem Hochzeitstermin berechtigte in den 60er-Jahren zum Einkauf im HO-Hochzeitsausstatter.

    Um dem "bürgerlichen" Ritual eine neue Färbung zu geben, erfand man in den 60er-Jahren die "sozialistische Eheschließung". Geheiratet und gefeiert wurde im Betrieb, gemeinsam mit dem Arbeitskollektiv. Diese Variante traf bei der Bevölkerung auf wenig Zustimmung. Den "schönsten Tag im Leben" wollten sich die Brautpaare in der DDR lieber individuell gestalten. So machte man sich auch im Sozialismus auf die Suche nach Kutsche, Friseurtermin, Smoking und passendem Kleid. Ein Film über den manchmal recht beschwerlichen Weg zum Eheglück.