Contemporary Past | ©Funambules Film Production, Kamil Majchrzak
©Funambules Film Production, Kamil Majchrzak

Contemporary Past - Die Gegenwart der Vergangenheit

  • Contemporary Past (Internationaler Englischer Titel)
Alle Titel (3)
Kinodokumentarfilm | 2015-2019 | Deutschland, Polen

Trailer/Videos

Kurzinhalt

Im ehemaligen deutschen Konzentrationslager Buchenwald treffen sich mehrere Schüler aus Rumänien, Polen und Deutschland, um die Geschichte des Sinti- und Roma-Holocaust zu erforschen. Was wissen sie über die jahrhundertelange Diskriminierung von Sinti und Roma in ihren Heimatländern? Haben Minderheiten einen Platz in ihren nationalen Erinnerungs- und Gedenkkulturen, oder werden sie als „das andere“ oder überhaupt nicht anerkannt? Wie kann die Erinnerung an die nationalsozialistische Verfolgung und ihre Opfer erhalten bleiben, wenn die letzten Überlebenden nicht mehr Zeugnis ablegen können? Wie sollte ein unkonstituiertes Trauma in ein artikuliertes Gedächtnis umgewandelt werden? Der Film begleitet eine Gruppe junger Menschen beim Kennenlernen des Roma-Holocaust und präsentiert ihre Erfahrungen, indem er Videos der Jugendlichen in die Dokumentation integriert.

Der Film verwendet kein Archivmaterial und rekonstruiert die Vergangenheit mit der Leere der wenigen erhaltenen Spuren des ehemaligen Konzentrationslagers Buchenwald. Die Vergangenheit wird auch durch Zeugnisse von Überlebenden des Holocaust, die Auseinandersetzung mit archäologischen Objekten und Aussagen von marginalisierten und diskriminierten Sinti- und Roma-Migranten im heutigen Deutschland und Polen rekonstruiert.

Der Film wirft einen Blick auf die Bedeutung archäologischer Überreste für die Erhaltung der Erinnerung und stellt diese Gegenständen des täglichen Gebrauchs gegenüber. Dabei wirft er die Frage auf wie dies als Akt der Zeugenschaft in Bezug gesetzt werden könnte. Welche Rolle spielt die aktive Gestaltung und Pflege einer Landschaft der Erinnerung beim Gedenken? Der Film verweist auf die Bedingungen einer ethischen Archäologie der Vergangenheit, in der zeitgenössisches Gedenken die Art und Weise offenbart, wie wir uns selbst und unsere Gesellschaft betrachten. Dabei fragt er nach dem Zustand des zeitgenössischen Gedenkens, in dem die Werte von Würde, Respekt und Gleichheit nicht vollständig verwirklicht wurden. Durch Bezugnahme auf marginalisierte Perspektiven der Erinnerung versucht der Film das Wissen über die Vergangenheit über bloß textuelles historisches Erinnern hinaus zu erweitern.

Sinti und Roma gehören zu der größten Minderheit in Europa. Viele von ihnen leben seit Jahrhunderten in europäischen Ländern wie Deutschland, Polen oder Rumänien und sind nach wie vor das Ziel von sozialer Ausgrenzung, Stereotypen, Vorurteilen und Gewalt. Der Film schlägt vor, dass wir untersuchen, wie wir uns an die Vergangenheit erinnern, wenn wir die Umbrüche und die Fortsetzung diskriminierender Praktiken von der Vergangenheit bis zur Gegenwart betrachten. Dieser Essay bricht deutlich die formalen Regeln der klassischen Dramaturgie, indem er das Unkonstituierte untersucht. Der Film widerspricht damit selektiven Erinnerungen und erhöht die Stimmen und Erinnerungen der Betroffenen.

Die Original-Musik für den Dokumentarfilm wurde von dem jungen slowakischen Musiker Miroslav Rác, Dis. Art komponiert. Er stammt aus einer Roma-Musikerfamilie und beteiligt sich aktiv am Kampf gegen soziale Ausgrenzung und Armut. Seine Klavierkompositionen sind den Opfern des Holocaust und den Menschen gewidmet, die in Konzentrationslagern gemartert und ermordet worden sind.

Vertriebs- / Verleihfirmen

FirmaAnmerkung
Les Funambules Film Production, Kamil Majchrzak [de]Deutschland, Kino 2020
ArtLandDatumAnmerkung
KinostartDeutschlandDonnerstag, 01.10.2020