Kurzinhalt

    Sektenführer Paul Schäfer öffnet die isoliert in Chile lebende deutsche Gemeinschaft Colonia Dignidad mehr und mehr den Nachbarn und der chilenischen Öffentlichkeit. Nach dem Militärputsch im September 1973 dient er sich auch den neuen Machthabern an: Geheimpolizeichef Manuel Contreras und Diktator Augusto Pinochet gehen fortan in der Kolonie ein und aus, während die Gegner des chilenischen Terrorregimes in den Kellern der Kolonie gefoltert oder getötet werden. Kein Kolonist will davon unmittelbar etwas mitbekommen haben, zu sehr sind sie mit dem eigenem Überleben beschäftigt.

    Als die USA 1976 ein Waffenembargo gegen Chile verhängen, lässt Schäfer mit Hilfe des deutschen Waffenhändlers Gerhard Mertins Kriegsgerät in die Kolonie schmuggeln – und reicht es an Pinochet weiter. Der steht fortan in seiner Schuld.

    Doch der Kolonie droht von anderer Seite Gefahr. Amnesty International und der UN gelingt die Enthüllung der Folter an Chilenen durch die Deutschen. In Deutschland setzt ein Unterausschuss für Menschenrechte und humanitäre Hilfe des Auswärtigen Amtes die Colonia Dignidad auf die Tagesordnung, hört Gegner und Unterstützer der Kolonie an.

    Sektenführer Paul Schäfer erweitert sein Reich und schafft sich ein menschliches Schutzschild, das die Kolonie gegen Anfeindungen verteidigt: Essen, Freizeitbeschäftigung und Krankenversorgung sind für die chilenische Bevölkerung umsonst. Und er vergeht sich nun auch an chilenischen Jungen ... Doch anders als die deutschen Opfer vertrauen sich die chilenischen Jungen ihren Eltern an. Die sind geschockt und handeln.

    Mehr als 30 Jahre nachdem Schäfer nach Chile eingereist ist, nimmt die chilenische Polizei Ermittlungen auf – Schäfers jahrzehntelanger Missbrauch kommt ans Licht. Dem gelingt es, sich den Ermittlungen zu entziehen: Er versteckt sich auf dem weitläufigen Gelände der Colonia und flieht 1997 nach Argentinien.

    Seine Anhänger werden sich selbst überlassen. Einige wenige werden als Helfershelfer verurteilt, alle anderen ringen bis heute darum, ein eigenes Leben zu leben.

    Wer ist Opfer und wer ist Täter? Was ist in Anbetracht des Grauens und der zerstörten Leben gerecht? Wo fängt Schuld an und wo hört sie auf? Wie sieht die Zukunft der Kolonie, die sich heute Villa Baviera nennt, aus? Angesichts des jahrzehntelangen politischen und moralischen Versagens sind das Fragen, auf die es immer noch keine eindeutigen Antworten gibt.
    Schauspieler*inRollenameSynchronschauspieler*in / Sprecher*inSynchron
    SprecherJonas Baeck
    TätigkeitNameAnmerkung
    DrehbuchautorWilfried Huismann
    DrehbuchautorCristián Leighton
    DrehbuchautorinAnnette Baumeister
    Dramaturgin, Script ConsultantEva-Maria Fahmüller
    Archiv RechercheCéline Zimmerer
    Archiv RechercheClaudia Hentze
    Archiv RechercheDanjela Brückner
    Kameramann/DoPJohannes Straub
    2nd Unit KameramannErik Schimschar
    EB Assistent Bild-TonTobias Fritzsch
    EB Assistent Bild-TonHans Bauer [2]
    EB Assistentin Bild-TonZora Butzke
    EB Assistent Bild-TonRainer Hirsch
    KomponistHans-Peter Ströer
    ProduzentGunnar Dedio
    Creative ProducerinBirgit Rasch
    Herstellungsleiter (Line Producer)Leonardo Re
    ProduktionsleiterinMelanie Braun
    ProduktionsleiterJorge Bogalho
    ProduktionsleiterHolger Koop
    RegisseurinAnnette Baumeister
    RegisseurWilfried Huismann
    Co-RegisseurKai Christiansen
    EditorUli Stein
    EditorRichard Krause
    MischtonmeisterTobias Fritzsch
    RedaktionsleiterinChristiane Hinz
    RedakteurinBarbara Schmitz
    RedakteurinUlrike Becker
    SchnittredakteurinHeike Bittner/ Co-Schnittregie (1 Teil)
    PreisträgerJahrPreisKategorie 
    Wilfried Huismann2020Deutsche Akademie für Fernsehen [de]Dokumentarfilmgewonnen
    Annette Baumeister2020Deutsche Akademie für Fernsehen [de]Dokumentarfilmgewonnen
    Wilfried Huismann2021Grimme Preis [de]Information & Kulturnominiert
    Annette Baumeister2021Grimme Preis [de]Information & Kulturnominiert
    LOOKSfilm2021Grimme Preis [de]Information & Kulturnominiert
    Cristián Leighton2021Grimme Preis [de]Information & Kulturnominiert

    TV-Ausstrahlung

    ArtLandSenderDatum / ZeitAnmerkung
    ErstausstrahlungDeutschlandarteFreitag, 20.03.2020 um 20:15 Uhr