Kurzinhalt

    Witze gab es genug, wie „Lieber rückwärts aus dem Intershop, als vorwärts zum Parteitag ...“ Der Intershop war für den einkaufenden DDR-Bürger das kleine Konsumparadies. Die bunte Welt der Westwaren, ihre Gerüche und Düfte, brachten Farbe in die Alltagstristesse. Im Intershop war es immer hell und freundlich, und außerdem gab es dort die begehrten Westjeans. Hier war Verkaufskultur zu spüren. Wer hier einkaufte, war allein durch die Tatsache privilegiert, dass er über Westgeld verfügte. Schon 1962 wurde die staatliche Handelsorganisation Intershop gegründet. Der Staat brauchte Devisen. Die an den Grenzübergangsstellen, auf den Transitstrecken und in Bahnhöfen eingerichteten Läden verkauften Westwaren gegen Westwährung. Zunächst waren die Reisenden aus dem „kapitalistischen Ausland“ die Zielgruppe. Ab Februar 1974 durften auch Bürger der DDR, die über D-Mark verfügten, in den Intershops einkaufen. Der Besitz von Westgeld wurde damit legalisiert. Diejenigen, die zahlungskräftige Verwandte im Westen hatten oder auf anderen Wegen an Westwährung gelangten, konnten so die heiß begehrten Intershop-Produkte erwerben. Die Entstehung einer „Zweiklassen-Gesellschaft“ führte zu Neidreaktionen, es kam sogar zu Anschlägen auf die Läden. Auch die Staatssicherheit hatte die Intershops ständig genau im Auge, einerseits um zu sehen, wer im Besitz von Westgeld war und unerwünschte Westkontakte pflegte, andererseits um das mysteriöse Verschwinden von Waren aufzudecken. Auch Westdeutsche und Westberliner nutzten die Intershops als beliebte Einkaufstempel. Zumal die Preise einiger Artikel deutlich unter denen im Westen lagen. Dies rief Schmuggler auf den Plan, vor allem Zigaretten wurden aufgekauft und im Westen teurer weiterverkauft. Der Film erzählt Geschichten rund um die D-Mark in der DDR. Für den DDR-Bürger war der Intershop das, was eigentlich unerreichbar war: der kleine Westen im eigenen Land.