Kurzinhalt

    Gibt es einen guten Grund, dieses Haus zu betreten? Wer hier Gerechtigkeit sucht, ist am richtigen Ort, sollte man meinen. Schließlich werden die rund 1.300 Angestellten, Richter und Staatsanwälte vom Volk dafür bezahlt, dass sie gerechte Urteile im Namen dieses Volkes finden - und sprechen. Das Kriminalgericht Berlin-Moabit 2006: seit 100 Jahren wird hier verhandelt und verurteilt. Täglich wickelt das Gericht etwa 300 Gerichtsverhandlungen ab, schleust mehr als 1.000 Besucher durch sein Inneres, führt rund 80 Strafgefangene unsichtbar durch sein verstecktes Labyrinth der Rechtssprechung zu. Recht am Fließband. Prozesse, die manchmal 20 Minuten dauern, manchmal 20 Jahre. Klaus Salge und Norbert Siegmund besuchten das größte Kriminalgericht Europas, lassen die Zuschauer teilhaben an der Routine eines Justizapparates, an der juristischen Verarbeitung von Tragödien, Mord und Totschlag, zerstörten Lebensplänen und geplatzten Karrieren. Moabit bot und bietet Stoffe für die große Bühne, für Dramen und Possen; allein der Gang durch die Asservatenkammer vermittelt einen Eindruck von der kriminellen Potenz der Metropole. Moabit, die spektakuläre Kulisse für Rechtssprechung, wurde erbaut zu "Kaisers Zeiten". Ein technologisch hochmodernes Gebäude - zu seiner Zeit. "Alles was Recht ist" erzählt Geschichten und Geschichte: Kaiserzeit, Nazi-Zeit, die APO und der 70er-Jahre-Terror, die Aufarbeitung von DDR-Unrecht. Recht ist relativ - vor dem Hintergrund von Herrschaftsverhältnissen und Zeitgeist. Ob der Hauptmann von Köpenick oder Erich Mielke, ob der Politkommunarde Fritz Teufel oder die Mauerschützen, sie alle standen hier vor Gericht.

    Produktionsfirmen

    FirmaAnmerkung
    Novemberfilm, Klaus Salge

    TV-Ausstrahlung

    ArtLandSenderDatum / ZeitAnmerkung
    ErstausstrahlungDeutschlandRBB [de]Donnerstag, 21.12.2006