Beruf des Schauspielers. Es wäre
jedoch irreführend und gefährlich, wollte man aus wenigen
berühmt gewordenen Ausnahmen den Schluss ziehen, dass eine
starke Begabung und ein origineller Typ als Voraussetzung für
die Berufsausübung reichen und eine geregelte Ausbildung nicht
nötig sei (dies gilt für den Schauspieler am Theater noch
sehr viel mehr als für den Schauspieler beim Fernsehen)!
Zwei unterschiedliche Ausbildungswege führen zum Beruf:
- Die meist vierjährige, schulgeldfreie Ausbildung an einer
staatlichen bzw. städtischen Schauspielschule oder Kunsthochschule
mit der Fachrichtung Schauspiel.
- Die Ausbildung an einer privaten, schulgeldpflichtigen Schauspielschule
bzw. der private Einzelunterricht bei einem Schauspiellehrer.
Der Interessent sollte sich vor einer Bewerbung genaue Informationen
über den Ausbildungsverlauf einholen und vor allem das Lehrangebot
der privaten Ausbildungsträger eingehend prüfen und mit
anderen Schulen vergleichen. Die Ausbildungswege an privaten und
öffentlichen Instituten unterscheiden sich zum Teil erheblich.
Bei vielen Privatlehrern ist zu befürchten, dass der komplexe
Fächerkatalog, den eine staatliche Schule bietet, nicht vermittelt
werden kann. Wer sich für eine solche Ausbildung entscheidet,
muss sich des späteren Berufsrisikos bewusst sein. Im allgemeinen
umfasst das Studium die vier Bereiche Atem/Stimme/Sprechen, Körper/Bewegung,
Spiel/Darstellung und Theorie, die in Einzel- und Gruppenunterricht
vermittelt werden. Viele Schulen arbeiten überdies eng mit
einem Theater zusammen, um von Beginn an einen Bezug zur Praxis
herzustellen. An den staatlichen bzw. städtischen Schulen endet
das Studium mit einer Abschlussprüfung, die den Rang eines
Diploms besitzt. |