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Vorbemerkung |
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Der Begriff "Regie" ist beim
Kino-Spielfilm klar definiert. Beim Fernsehen kann er vielerlei meinen:
von der Studio-Regie, der Ablauf-Regie über die Bild-Regie bis
hin zur der Spielfilm-Regie gleichen Regie, vor allem im fiktionalen,
narrativen Bereich (Fernsehspiel, auch in Form von Reihen und Serien,
TV-Movie etc.).
Bei der Definition des Berufsbildes ist hier die letztgenannte
Regietätigkeit beschrieben. Das Urheberrechtsgesetz spricht
in diesem Zusammenhang in § 65 vom Hauptregisseur. Gemeint
ist der Haupturheber am Fernsehwerk, der dieses persönlich
und eigenschöpferisch prägt unter Bearbeitung vorbestehender
Werke (z.B. Drehbuch) und gegebenenfalls im Zusammenwirken mit anderen
Mit-Urhebern (z. B. Kamera). |
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I. Allgemeine Definition |
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Regisseur oder Regisseurin sind bei der
Entstehung eines Films von der Vorbereitung bis zum fertigen Werk
die entscheidende künstlerisch-gestaltende Kraft. Sie sind nicht
nachschaffende Interpreten eines vorbestehenden Werkes, sondern Gestalter
einer originalen Schöpfung. Sie haben schon vor Beginn der Dreharbeiten
eine konkrete Vorstellung vom fertigen Film und den verschiedenen
Elementen, aus denen er sich zusammensetzt. Das gilt für alle
Arten der Filmregie, gleichgültig in welchem Bereich (z.B. Kino,
Fernsehen, Video), welcher Gattung (z.B. Film mit Spielhandlung, Dokumentation,
Musikfilm, Videoclip, Trickfilm, Werbefilm) und welcher Länge.
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II. Vorbedingungen für die Regietätigkeit |
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Voraussetzung für die Regietätigkeit ist
eine Kombination von vielen verschiedenen Fähigkeiten, die es
ermöglichen, dramaturgische, darstellerische, sprachliche, musikalische
und visuelle Elemente zu einem Filmwerk zusammenzufügen. Dazu
gehört auch die Fähigkeit, künstlerische und technische
Mitarbeiter zu motivieren, zu leiten und ihre kreativen Beiträge
zu koordinieren. Es gibt keinen allgemein gültigen und anerkannten
Ausbildungsweg zum Regieberuf. |
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III. Die Aufgaben der Regie |
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- Verständigung über die beabsichtigte Gesamtwirkung
des Filmwerks und der erforderlichen Produktionsmittel mit Produzent
und/oder Fernsehsender.
- Dramaturgische Bearbeitung einer stofflichen Vorlage oder Gestaltung
eines Originalstoffes, evtl. in Zusammenarbeit mit einem Autor
oder einer Autorin. Umfangreiche Recherchen zum Sujet sowohl bei
Filmen mit Spielhandlung wie bei Dokumentationen.
- Einrichten des Drehbuches im Hinblick auf künstlerisch-technischen
Aufwand, Kalkulation und Produktionsablauf. Dabei werden die künstlerischen
Intentionen mit den finanziellen und produktionstechnischen Gegebenheiten
in Einklang gebracht.
- Auswahl der Darsteller.
- Auswahl des künstlerisch-technischen Stabes (z.B. Kamera,
Szenenbild, Musik, Kostüm, Schnitt, Ton, Regieassistenz,
Continuity). Mitwirkung bei der Auswahl des sonstigen technischen
und organisatorischen Stabes.
- Erarbeitung der optischen Konzeption und der Bildfolge für
den Szenenablauf. Erstellung von Regiebuch, Shooting Script oder
Story Board. Auswahl von Schauplätzen und Konzeption der
Atelierbauten. Festlegung von Massenszenen, Spezialeffekten und
Stunts. Planung des Einsatzes von besonderem technischen Aufwand
und zusätzlichen Aufnahmeteams. Dies alles geschieht in Zusammen-arbeit
mit Kamera, Szenenbild und Regieassistenz.
- Auswahl von Kostümen, Masken und Requisiten - evtl. Vorgaben
zu Entwürfen - in Zusammenarbeit mit den Fachmitarbeitern.
- Vorgespräche mit den Hauptdarstellern zur Konzeption der
Rollen, bzw. mit Dirigenten und Sängern zur musikdramaturgischen
Konzeption.
- Mitwirkung bei der Festlegung des Drehplans.
- Erarbeitung einer musikalischen Konzeption für das Werk:
entweder in Zusammenarbeit mit Komponist/in (bei Originalmusik)
oder durch Auswahl vorhandener musikalischer Vorlagen und Aufnahmen.
- Durchführung der Dreharbeiten. Dabei trifft die Regie die
endgültigen künstlerischen Entscheidungen über
Bereiche wie: Einrichtung des Sets; Anzahl der Einstellungen,
Positionen, Bewegungen und Bildausschnitte der Kamera; schauspielerische
Interpretationen. Teil dieses Prozesses ist die Integration von
Unvorhergesehenem und Improvisiertem in das Regie-Konzept.
- Auswahl der Takes bei der Vorführung des gedrehten Materials.
Auswahl von Archivmaterial. Schon während der Dreharbeiten
Anleitung zum Rohschnitt.
- Anfertigung des Feinschnitts in Zusammenarbeit mit Cutter/in.
- Herstellen der endgültigen Fassung des Films. Dazu gehören:
Überwachung der Sprach-Synchronisation, der Musik- und Geräuschaufnahmen
sowie der Endmischung; Festlegung der Titelgestaltung; Mitwirkung
bei der optischen oder elektronischen Farbkorrektur.
- Beteiligung an PR-Maßnahmen des Produzenten, Verleihers,
Fernsehsenders. Mitwirkung bei der Gestaltung von Werbe- und Informationsmaterial
zum Werk.
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Ohne Gewähr auf Richtigkeit und/oder Vollständigkeit |