Berufsbild | Erste/r und Zweite/r Kameraassistent/in)  

Erstellt vom:
BVK - Berufsverband Kinematografie e.V.

Aus- und Fortbildung: Kameraassistent/in


I. Vorbemerkung

  Der Kameraassistent ist ein eigenständiger Beruf, aber auch die Vorstufe zum Kameramann.
   
II. Aufgaben des Kameraassistenten
  Sein Aufgabenbereich ist die handwerkliche, technische und, in begrenztem Umfang, organisatorische Mitarbeit bei der Herstellung von Film, Fernseh und Videoprodukten. Dies erfordert grundlegende theoretische und praktische Kenntnisse im Bereich von:
  • Photographie,
  • Optik und Filterkunde,
  • Filmmaterialkunde,
  • Kameratechnik: Handhabung, Funktionsweise, Einsatzmöglichkeit und Kompatibilität aller gebräuchlichen Kamerasysteme, ihrer Zusatzteile und -geräte,
  • Filmlicht: Charakteristik und Einsatzmöglichkeit
  • Kopierwerkstechnik und Filmbearbeitung
  • Filmproduktionsablauf
   
III. Tätigkeitsbereich des Kameraassistenten
  Aufgegliedert nach Produktionsphasen Vorbereitung, Drehzeit und Nachbereitung umfaßt er:
1. Vorbereitung
1.1. Lesen des Drehbuchs, speziell im Hinblick auf besondere Aufnahmetechniken und die dazu erforderlichen Spezial- und Zusatzgeräte
1.2. Besprechung mit dem Kameramann; Erstellung der Kamerageräteliste, Wahl der Filmkonfektionierung, Empfehlung des Kameraverleihs, Absprache über zeitlich begrenzten Einsatz von Zusatzgeräten
1.3. Zusammenstellung der Geräte bei einem Verleih:
Funktions- und Sichtkontrolle sämtlicher Geräte, Objektiv-, Kamera- und MateriaItests, Testkontrolle und gegebenenfalls Testwieder-holung und Geräteaustausch, Kontrolle der ordnungsgemäßen und vollständigen Auslieferung der Geräte
1.4. Absprache mit der Produktion über Lagerung bzw. Transport der Geräte und des Filmmaterials
2. Drehzeit
2.1. Auf- und Abbau bzw. Umbau der Kamera in Zusammenarbeit mit der Kamerabühne
2.2. Objektiv-, Filter- und Kassettenwechsel
2.3. Kontrolle der Objektive und Filter auf Sauberkeit
2.4. Kontrolle der Blendeneinstellung am Objektiv, evtuell Blendenzug, Zoomzug
2.5. Beseitigung störender Lichteinfälle im Objektiv
2.6. Verantwortlichkeit für Schärfeneinstellung und Schärfenführung
2.7. Fussel- und Schrammenkontrolle nach jedem Kopierer
2.8. Einstellen der Sektorenblende; Umschalten der Kamera auf Rückwärtslauf, Zeitlupe, Zeitraffer
2.9. Funktionskontrolle der Geräte
2.10. Anschluß und Kontrolle von Videoausspiegelung und Zusatzgeräten
2.11. Durchführung kleinerer Reparaturen an Kamera und Zusatz-geräten
2.12. Kontakt zum Kopierwerk
2.13. Anwesenheit bei der Mustervorführung
2.14. Probeentwicklung falls Versicherungsauflage
3. Abwicklung, in Zusammenarbeit mit dem Materialassistenten
3.1. Säuberung und Kontrolle der Kameraausrüstung
   
IV. Ausbildung
  Der Kameraassistent ist kein anerkannter Ausbildungsberuf. Die Fachschule für Optik und Fototechnik in Berlin bietet den Studiengang Kameraassistent an. Wichtiger als die theoretische ist die praktische Ausbildung. Als sinnvolle Stationen haben sich erwiesen:
  • Photographenlehre,
  • Praktikum in einer Filmproduktionsfirma,
  • Praktikum in einem Kopierwerk,
  • Praktikum in einem Kameraverleih,
  • Praktikum in einer Trickabteilung,
  • Einsatz bei kleinen Produktionen,
  • Einsatz als Materialassistent
   
V. Berufsausübung
  Sie ist möglich als:
1. freiberufliche Tätigkeit, mit wechselnder, zeitlich begrenzter Arbeit bei freien Produktionen, oder als
2. Angestellter, bei Rundfunk-, Fersehanstalt oder bei privater Produktionsgesellschaft.
   
VI. Tätigkeitsbereich des zweiten Assistenten
  Der Materialassistent kann auch als 2. bzw. 3. Kameraassistent beschäftigt werden, der den 1. Assistenten sowohl handwerklich-technisch als auch im organisatorischen Umfang voll unterstützt.
1. Vorbereitung
1.1. Beschaffung der erforderlichen Verbrauchsmaterialien
1.2. Annahme des Filmmaterials
1.3. Auftrag an das Kopierwerk für Sensitometrie-Tests
2. Drehzeit
2.1. Verwaltung des belichteten und unbelichteten Filmmaterials bis hin zur transportfähigen Verpackung und Übergabe an die Produktionsfirma
2.2. Regelmäßiger Vergleich des Materialstandes mit dem Tagesbericht
2.3. Ein- und Auslegen des Filmmaterials in die Kassetten
2.4. Regelmäßiges Laden der Akkus und Pflege der gesamten Kameraausrüstung
2.5. Führung der Negativ-/Tonberichte (Optikbuch, etc.)
2.6. Klappe schlagen (Clapperloader).
3. Abwicklung
3.1. Vollständigkeitskontrolle, Säuberung und Rücklieferung der Kameraausrüstung
  3.2. Materialabrechnung

Ohne Gewähr auf Richtigkeit und/oder Vollständigkeit